Politik

Friedman als Botschafter nominiert Trump schickt Hardliner nach Israel

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Unter der Präsidentschaft Donald Trumps könnte ein Kurswechsel in der Israel-Politik der USA erfolgen.

(Foto: REUTERS)

Bislang ist David Friedman Berater von Donald Trump gewesen. Nun nominiert ihn der künftige US-Präsident als Botschafter in Israel. Noch vor seinem Amtsantritt sorgt der Hardliner für Ansehen - und deutet eine grundlegende Wende in der Israel-Politik der USA an.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat seinen bisherigen Nahost-Berater David Friedman als Botschafter in Israel nominiert. Und der sorgte sofort für Aufsehen. In einer Erklärung von Trumps Wahlkampagne teilte Friedman mit, er werde sich für Frieden in der Region einsetzen und freue sich darauf, "dies von der US-Botschaft in Israels ewiger Hauptstadt Jerusalem aus zu tun". Die Bezeichnung "ewige Hauptstadt" wird in Israel indes von rechten Hardlinern bevorzugt. Friedmans Aussage werten deshalb viele als Anzeichen für einen Kurswechsel in der künftigen Israel-Politik der USA.

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Der designierte US-Botschafter in Israel, David Friedman, gilt als politischer Hardliner.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit 1966 befindet sich die US-Botschaft in Tel Aviv. Der Status von Jerusalem ist umstritten und einer der wichtigsten Knackpunkte im Nahost-Konflikt, da auch die Palästinenser Anspruch auf die gesamte Stadt als Hauptstadt erheben. Auch international erkennen die USA und die meisten UN-Staaten Jerusalem als Ganzes nicht als Israels Hauptstadt an. Auch Trump hatte in seinem Wahlkampf mehrmals angekündigt, er wolle Jerusalem als "unteilbare Hauptstadt" Israels anerkennen.

Friedman, der als Unterstützer der umstrittenen israelischen Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland gilt, zweifelt entgegen der diplomatischen Gepflogenheiten der USA die Notwendigkeit einer Zweistaatenlösung an.

Umstrittene Personalentscheidung

Unter amerikanischen Juden ist der 57-Jährige umstritten. Einem Bericht der "New York Times" ("NYT") zufolge wertete der Vorsitzende der US-Lobbyorganisation Republican Jewish Coalition, Matthew Brooks, die Nominierung Friedmans als "kraftvolles Signal an die jüdische Gemeinschaft".

Die linksliberale US-Organisation "J Street" kritisierte hingegen die Entscheidung als "verantwortungslos". Sie gefährde den Ruf der USA in der Region und die Glaubwürdigkeit in der Welt. "J Street" unterstützt Bemühungen um eine Friedenslösung im Nahen Osten. In der Vergangenheit hatte Friedman mehrmals seine Abneigung gegenüber der Organisation zum Ausdruck gebracht. Wie die "NYT" berichtet, verglich er "J Street"-Anhänger mit Juden, die während des Holocaust mit Nazis kollaborierten oder bezeichnete sie als "nicht jüdisch" und dass sie "nicht pro Israel" seien.

Friedman ist selbst Jude, spricht Hebräisch und feierte der Trump-Erklärung zufolge im Jahr 1971 seine Bar Mitzwa an der Klagemauer in Jerusalem. Trump lobte ihn als "langjährigen Freund und zuverlässigen Berater". Der Anwalt für Insolvenzrecht habe eine "enge Beziehung mit Israel" und werde das besondere Verhältnis beider Länder fortsetzen.

Quelle: ntv.de, cri mit AFP