Politik

"Ihr fehlt der Respekt im Land"Trump sieht Friedensnobelpreisträgerin Machado nicht als Präsidentin

03.01.2026, 20:23 Uhr
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Im Oktober erhielt Machado den Friedensnobelpreis (Archivfoto). (Foto: picture alliance / Kyodo)

Im Oktober noch widmet die venezolanische Oppositionspolitikerin Machado ihren Friedensnobelpreis dem US-Präsidenten. Nun könnte sich Trump revanchieren, Machado im politischen Umbruch nach dem US-Militärcoup eine wichtige Rolle zuschieben. Das will dieser offenbar nicht.

Die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado hat laut US-Präsident Donald Trump nicht den nötigen Rückhalt, um Venezuela zu führen. "Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt", sagte Trump: "Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung."

Die USA hatten den bisherigen Präsidenten Nicolás Maduro in der Nacht durch einen Militäreinsatz entführt und so entmachtet. Machado hatte darauf mit der Forderung reagiert, den Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia zum Staatschef zu machen. Die "Stunde der Freiheit" für Venezuela sei gekommen, hatte Machado geschrieben. Der ins spanische Exil geflohene González Urrutia solle "sofort" die Geschäfte des Staatschefs übernehmen. Machado hat dieses Jahr den Friedensnobelpreis gewonnen und ihn danach mitgeteilt sie widme den Preis "dem leidenden Volk Venezuelas und Präsident Trump für seine entschlossene Unterstützung unserer Angelegenheit".

In einer Pressekonferenz kündigte Trump an, dass die USA die Führung in Venezuela übergangsweise übernehmen wollten. "Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können", sagte er.

"Sie hat keine andere Wahl"

Gleichzeitig sagte er, man wolle mit Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten. "Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach", sagte Trump.

Die venezolanische Verfassung sieht für den Fall eines Ausfalls des Staatschefs vor, dass die Vizepräsidentin bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernimmt. Als Außenministerin prägte Rodríguez in den Jahren 2014 bis 2017 den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. "Ich meine, es gibt niemanden, der das Amt übernehmen könnte", sagte Trump. "Sie hatte ein langes Gespräch mit Marco und sagte: "Wir werden alles tun, was Sie brauchen." Ich finde, sie war sehr zuvorkommend, aber sie hat wirklich keine andere Wahl."

Rodríguez verlangte am Abend in einer TV-Ansprache jedoch die sofortige Freilassung von Maduro und seiner Frau. Maduro sei "der einzige Präsident Venezuelas", so die Vizepräsidentin. "Wir sind bereit, Venezuela zu verteidigen; wir sind bereit, unsere natürlichen Ressourcen zu verteidigen."

Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro und dessen Frau gefangen genommen. Maduro soll in New York wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" vor Gericht gestellt werden.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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