Politik

Ölkonzerne sollen aktiv werdenUSA wollen Venezuela vorerst selbst führen

03.01.2026, 18:16 Uhr
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Die USA haben den venezolanischen Machthaber Maduro gestürzt. Präsident Trump kündigt an, dass sein Land vorerst die Kontrolle in Venezuela übernehmen wolle. Wie das geschehen soll, ist aber völlig unklar.

Nach ihrem Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro wollen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump vorübergehend die Führung des Landes übernehmen. "Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können", sagte Trump in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida.

Gleichzeitig kündigte er an, US-Ölunternehmen sollten in Venezuela aktiv werden, um "anzufangen, Geld für das Land zu machen". Die US-Ölfirmen würden "Milliarden von Dollar" in das südamerikanische Land investieren und die Infrastruktur wieder aufbauen, um das Ölgeschäft anzukurbeln, sagte Trump. Auch sollen Menschen in den USA, die durch den venezolanischen Staat enteignet wurden, entschädigt werden. Das US-Ölembargo gegen Venezuela bleibe jedoch vorerst weiter in Kraft. Die US-Marine bleibe ebenfalls in Position, so Trump. Die USA behielten sich alle militärischen Optionen vor, "bis unsere Forderungen in vollem Umfang erfüllt sind".

Man habe eigentlich damit gerechnet, dass eine zweite Angriffswelle nötig sei, doch das sei aktuell nicht der Fall, so Trump. Diese wäre dann "weitaus größer". Auch eine Stationierung von Soldaten in dem Land ist möglich: "Wir haben keine Angst vor dem Einsatz von Bodentruppen", erklärte der US-Präsident.

Wie die USA die Kontrolle über Venezuela übernehmen wollen, ist völlig unklar. US-Truppen sind nach derzeitigem Wissensstand nicht in dem Land präsent, die Botschaft wurde bereits 2019 geschlossen. Venezolanische Oppositionelle im In- und Ausland haben bereits Vorschläge für einen Nachfolger Maduros unterbreitet.

Trump drohte auf Nachfrage auch weiteren Staaten in der Region. Was in Venezuela passiert sei, könne auch jedem anderen passieren, wenn sie nicht fair zu ihrem Volk sind. Der kolumbianische Präsident müsse "auf sich aufpassen" ("has to watch his ass"), sagte der Republikaner auf Nachfrage. Aber auch der Inselstaat Kuba sei ein "interessanter Fall". "Über Kuba werden auch reden, wir wollen den Menschen helfen."

Am frühen Morgen hatten US-Truppen Ziele in Venezuela bombardiert. Gleichzeitig entführte ein Spezialkommando den venezolanischen Machthaber Maduro und seine Frau. Beide sind laut Trump auf dem Weg nach New York, wo sie bereits unter anderem wegen "Drogenterrorismus" angeklagt wurden.

Trump lobte den Einsatz des Militärs als "spektakulär", "atemberaubend" und "mächtige Schau der militärischen Kraft der US-Streitkräfte. So etwas habe man seit dem 2. Weltkrieg nicht gesehen. Er stellte den Einsatz in Reihe mit den Missionen zur Tötung des iranischen Qasem Soleimani, der Liquidierung des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi sowie der Mission zur Ausschaltung der iranischen Atomanlagen. "Alle perfekt umgesetzt und gut gemacht", so Trump.

Kein US-Soldat sei getötet, kein Stück Ausrüstung verloren worden, sagt er. Zuvor veröffentlichte Trump ein Foto Maduros auf der Social-Media-Plattform Truth Social. "Nicolas Maduro an Bord der USS Iwo Jima", schrieb er unter Bezug auf ein US-Kriegsschiff. Auf dem Foto ist Maduro mit schwarzer Brille und Gehörschutz in einem grauen Trainingsanzug zu sehen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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