Politik

Kein Lockdown bei zweiter Welle Trump sieht "episches Comeback" der USA

Maskenpflicht in Michigan? Nicht für US-Präsident Trump. Zumindest zeitweise ignoriert er die Corona-Schutzvorgaben bei einem Fabrik-Besuch. Dort verspricht Trump seinem Land "ein unglaubliches Jahr" und schließt abermals strenge Maßnahmen bei einer Verschärfung der Corona-Krise aus.

US-Präsident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur Eindämmung unterwerfen. In diesem Fall "werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen", sagte Trump bei einem Besuch einer Fabrik des Autobauers Ford in Ypsilanti im Bundesstaat Michigan. "Ob es eine Glut oder eine Flamme ist, wir werden es löschen." Trump drängte Gouverneure erneut dazu, die Schutzmaßnahmen in ihren Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.

*Datenschutz

"Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft", sagte Trump. "Bestimmte Gouverneure sollten weiter sein, als sie sind." Trump zeigte sich erneut überzeugt, dass die US-Wirtschaft sich spätestens ab dem vierten Quartal erholen werde. "Wir werden nächstes Jahr ein unglaubliches Jahr haben. Dieses Land steht vor einem epischen Comeback." In der Ford-Fabrik in Ypsilanti stellt der US-Autobauer derzeit Beatmungsgeräte wegen der Corona-Krise her.

"Wollte der Presse nicht die Freude machen"

Beim Besuch der Ford-Fabrik ignorierte Trump übrigens zeitweise erneut die Mundschutz-Pflicht. Obwohl ihn Michigans Justizministerin Dana Nessel ausdrücklich aufgefordert hatte, verzichtete er bisweilen darauf, den Schutz zu tragen. Nessel hatte Trump in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Maske in Michigan derzeit verpflichtend sei. Das gelte auch für den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Trump sagte vor Journalisten, er habe auf einem früheren Teil des Fabrikrundgangs eine Maske getragen, "aber ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen". Trump zeigte daraufhin auch eine Maske vor, die er nach seinen Angaben getragen hatte.

Er betonte, er selber und alle um ihn herum seien auf das Virus getestet worden. Ihm sei gesagt worden, in diesem Teil der Fabrik, in dem er mit Journalisten sprach, sei eine Maske nicht notwendig. Ford-Manager, die Trump begleiteten, trugen allerdings eine Maske. Die Richtlinien des Weißen Hauses sehen vor, dass eine Maske getragen werden soll, wenn das Einhalten des Sicherheitsabstands nicht gewährleistet ist. Trump hatte allerdings schon bei der Vorstellung der Richtlinien gesagt, er werde sich nicht an die Empfehlung halten.

Medienberichten zufolge pries Trump am Rande des Besuchs auch die Abstammung von Firmengründer Henry Ford und dessen "good bloodlines". Ford war auch für seine antisemitische Einstellung bekannt. In sozialen Medien sorgte die Äußerung Trumps für viele Diskussionen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa