Präsident nimmt Länder ins VisierTrump verbreitet wilde Grönland-Besetzungsfantasien

Der Streit um Grönland droht das transatlantische Verhältnis endgültig zerbrechen zu lassen. Der US-Präsident provoziert mit neuen Bildern auf Social Media, auf welchen er Anspruch auf das dänische Gebiet erhebt. Doch auch andere Länder sind betroffen.
US-Präsident Donald Trump hat seine Ansprüche auf die Insel Grönland mit mehreren Social-Media-Posts untermauert. Der Republikaner teilte ein mit KI generiertes Bild von sich auf dem dänischen Gebiet über seine Social-Media-Plattform Truth Social.
Dabei hisst der US-Staatschef eine Flagge der Vereinigten Staaten in einer teilweise von Schnee bedeckten Umgebung. Hinter dem US-Präsidenten stehen sein Vizepräsident JD Vance und Marco Rubio. Auf einem Holzschild im Vordergrund wird zudem Grönland als US-Territorium bezeichnet.
Auf einem weiteren bearbeiteten Foto ist eine Szene vom Besuch der europäischen Staats- und Regierungschefs mit Wolodymyr Selenskyj bei Trump im Oval Office zu sehen. Die Europäer sitzen dabei in einem Halbkreis um den hinter dem Resolute Desk referierenden Trump.
Im Hintergrund ist eine Landkarte auf einem Kartenständer dem Foto hinzugefügt worden, die Teile der westlichen Hemisphäre abbildet. Auf dieser Karte ist Grönland in den Farben der Vereinigten Staaten eingefärbt. Aber auch weitere Staaten sind betroffen: Kanada und Venezuela sind in dieser bearbeiteten Aufnahme ebenfalls mit der US-Flagge gekennzeichnet.
Der US-Staatschef untermauert mit den Aufnahmen seinen Anspruch auf die Übernahme Grönlands. Dabei schließt Trump auch eine gewaltsame Übernahme der Insel nicht aus. "Wie ich allen ganz klar gesagt habe, ist Grönland für die nationale und weltweite Sicherheit unverzichtbar. Es gibt kein Zurück - darin sind sich alle einig", schrieb der 79-Jährige.
Dänemark und auch Grönland selbst lehnen das Ansinnen Trumps vollumfänglich ab. Im Rahmen von Trumps Besuch beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwoch sollen Gespräche zu Grönland geführt werden, erklärte er im Nachgang eines Telefonats mit dem Nato-Chef Mark Rutte. Wer an den Gesprächen teilnehmen wird, erklärte er allerdings nicht.