Fügt sich Caracas US-Forderung?Trump verkündet großen Öl-Deal mit Venezuela

Wenige Tage nach dem Sturz Maduros kommt die venezolanische Übergangsregierung Trumps Forderungen nach. Auf seiner Plattform verkündet der US-Präsident, dass Caracas den USA riesige Mengen sanktionierten Öls liefern werde. Die Erlöse werde er selbst kontrollieren.
Die venezolanische Übergangsregierung wird den USA nach den Worten von US-Präsident Donald Trump bis zu 50 Millionen Barrel Öl liefern. Es handele sich um sanktioniertes Öl, das zum Marktpreis verkauft werde, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Das Geld werde von ihm als Präsident kontrolliert, "um sicherzustellen, dass es den Menschen in Venezuela und den Vereinigten Staaten zugutekommt".
Zuvor hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters bereits mitgeteilt, dass die USA und Venezuela über die Ausfuhr von venezolanischem Rohöl an US-Raffinerien beraten. Ein solches Abkommen könnte Lieferungen von China in die USA umleiten und dem staatlichen Ölkonzern PDVSA helfen, tiefere Förderkürzungen zu vermeiden.
Trumps Ankündigung auf Truth Social und die Gespräche sind Anzeichen dafür, dass die venezolanische Regierung auf die Forderungen der USA reagiert. Trump stellt Ölkonzernen Subventionen für den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur in Aussicht. Die US-Regierung habe den Konzernen bedeutet, dass sie für eine Entschädigung für vor zwei Jahrzehnten verstaatlichte Vermögenswerte schnell nach Venezuela zurückkehren und erheblich investieren müssten. Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro am Wochenende erklärt, er wolle totalen Zugang zur Ölindustrie des Landes. Hochrangige venezolanische Vertreter hatten die Festnahme Maduros als Entführung bezeichnet.
"Großartige Nachricht für den Benzinpreis"
Für Venezuela sind die Verhandlungen dringend, da das Land wegen einer von Trump verhängten Blockade auf Millionen Barrel Öl sitzt. Dem Konzern PDVSA geht der Lagerraum aus, weshalb die Produktion bereits gedrosselt werden musste. Unklar war zunächst, wie die mit Sanktionen belegte PDVSA Geld aus den Ölverkäufen erhalten würde. Den Insidern zufolge werden Verkaufsmechanismen wie Auktionen oder die Ausgabe von Lizenzen an Geschäftspartner von PDVSA erörtert.
"Trump will, dass dies früh geschieht, damit er es als großen Sieg verkaufen kann", sagte ein Insider aus der Ölindustrie. US-Innenminister Doug Burgum bezeichnete einen verstärkten Fluss von venezolanischem Schweröl in die USA als großartige Nachricht für die Arbeitsplatzsicherheit und die künftigen Benzinpreise. Derzeit werden die venezolanischen Ölexporte in die USA vollständig von Chevron kontrolliert. Der Konzern ist der einzige, der im Rahmen einer US-Genehmigung Rohöl aus dem südamerikanischen Land verschifft.
Venezuela: Kein fremder Akteur regiert uns
Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, wies unterdessen den Anspruch der US-Regierung zurück, die Geschicke des südamerikanischen Landes zu führen. "Die Regierung Venezuelas regiert unser Land. Niemand sonst", sagte sie. "Es gibt keinen externen Akteur, der Venezuela regiert." Wie sich ihre behauptete Unabhängigkeit mit Trumps Ansage zur Abgabe des Rohöls vertragen würde, blieb zunächst unklar.
Trump hatte nach dem Angriff vom Wochenende gesagt, die USA würden Venezuela vorübergehend führen. Sein Außenminister Marco Rubio ließ keine Zweifel daran, dass die USA künftige Entwicklungen in Venezuela bestimmen wollen. Er relativierte Trumps Aussage aber etwas und sprach davon, mit Hilfe einer bereits bestehenden Ölblockade politische Veränderungen in dem Land herbeiführen zu wollen.