Politik

"Er kam in Deutschland zur Welt" Trump verwechselt Vater und Großvater

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Trump und Stoltenberg im Oval Office.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Seit Jahren übt US-Präsident Trump Kritik am seiner Meinung nach zu geringen deutschen Verteidigungsetat. Dabei habe er "großen Respekt vor Deutschland", sein Vater sei schließlich dort zur Welt gekommen. Der wurde allerdings in New York geboren.

US-Präsident Donald Trump hat seinen eigenen Vater mit seinem Großvater verwechselt. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Weißen Haus sprach Trump ausführlich darüber, dass die Nato-Staaten auf seinen Druck hin "ihren fairen Anteil" an den Ausgaben des Militärbündnisses trügen.

Auf die Frage eines Journalisten, ob er mit Stoltenberg auch über Deutschland sprechen werde, sagte Trump: "Ich spreche immer über Deutschland. Ich meine, Deutschland zahlt, ehrlich gesagt, nicht seinen gerechten Anteil. Ich habe großen Respekt vor Angela und ich habe großen Respekt vor ihrem Land. Mein Vater ist Deutscher, richtig, er war Deutscher. Er kam an einem wundervollen Ort in Deutschland zur Welt, deshalb mag ich Deutschland. Aber sie zahlen nicht, was sie zahlen sollten."

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Trumps Vater Fred kam 1905 in der Bronx zur Welt. Sein Großvater Frederick wurde jedoch als Friedrich Trump in Kallstadt in der Pfalz geboren und wanderte 1885 in die USA aus. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump Vater und Großvater verwechselt hat. In seinem Buch "The Art of the Deal" hatte Trump noch behauptet, sein Vater stamme aus Schweden - eine Legende, die sein Vater in der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfunden hatte, als Deutschstämmige in den USA als potenzielle Feinde galten.

Die deutschen Verteidigungsausgaben kritisiert Trump bereits seit Jahren als zu niedrig. 2014 hatten sich die Nato-Staaten darauf geeinigt, zwei Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts für ihre Militäretats auszugeben. "Sie zahlen derzeit ungefähr ein Prozent und sie sollten zwei Prozent zahlen", sagte Trump. Nato-Generalsekretär Stoltenberg hatte den US-Präsidenten zuvor gelobt, weil dieser sich für einen Lastenausgleich zwischen den Staaten des Bündnisses eingesetzt hatte. "Wir verteidigen Europa", sagte Trump über die USA. "Zur gleichen Zeit übervorteilen sie uns beim Handel. Sie haben also das Beste aus zwei Welten." Aber das ändere sich. "Es dauert ein wenig, aber das alles ändert sich."

Nach dem jüngsten Nato-Jahresbericht lagen die deutschen Ausgaben im vergangenen Jahr bei 1,23 Prozent. Die mittelfristige Planung sieht nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium 1,26 Prozent für das Jahr 2023 vor.

Bei einem Nato-Gipfeltreffen im vergangenen Sommer in Brüssel hatte Trump sogar einen Austritt der USA aus dem Bündnis nicht ausgeschlossen, sollten nicht alle Bündnispartner sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgeben.

An diesem Donnerstag feiert die Nato bei einem Treffen der Außenminister ihr 70-jähriges Bestehen. Beim Treffen mit Stoltenberg sagte Trump, über kurz oder lang müssten die Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten noch höher steigen, auf vier Prozent.

Vor dem Beginn des Nato-Jubiläumstreffens wird Stoltenberg an diesem Mittwoch eine Rede bei einer gemeinsamen Sitzung beider Kammern des US-Kongresses halten. Es ist die erste Ansprache eines Vertreters einer internationalen Organisation dort. Am Abend ist dann ein festlicher Empfang geplant. Der Streit über die Verteidigungsausgaben soll am Donnerstag Thema sein. Außerdem soll es um die Spannungen mit Russland sowie den Afghanistaneinsatz gehen.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa