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Gewissensfreiheit für Ärzte Trump will Abtreibungsgegner stärken

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US-Präsident Donald Trump unterstützt aktiv die Bewegung der Abtreibungsgegner.

(Foto: AP)

Ärzte, Pfleger und Angestellte im US-Gesundheitswesen sollen bei Abtreibungen künftig die Behandlung oder Versorgung von Frauen verweigern dürfen - zumindest, wenn es nach Präsident Trump geht. Der beruft sich in der Sache ausgerechnet auf die Religionsfreiheit.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will Ärzte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens aktiv unterstützen, die aus religiösen Gründen Abtreibungen und andere medizinische Behandlungen verweigern. Zu diesem Zweck wurde im Gesundheitsministerium eine Abteilung für "Gewissen und Religionsfreiheit" eingerichtet, wie das Ministerium in Washington mitteilte.

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Zuletzt protestierten Abtreibungsgegner am 14. Januar in Portland (Oregon).

(Foto: Sipa USA via AP)

Der Präsident habe den Bürgern versprochen, dass er die Gewissens- und Religionsfreiheit "energisch verteidigen" werde, sagte der amtierende Ressortchef Eric Hargan. Dieses Versprechen werde nun erfüllt. Die neue Abteilung solle dafür sorgen, dass die Religionsfreiheit von Medizinern, Krankenpflegern und anderen Mitarbeitern im Gesundheitswesen bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit "effektiv" durchgesetzt werde, erklärte das Ministerium.

Mit der Maßnahme geht die Trump-Regierung auf Forderungen konservativer Gruppierungen ein. Kritiker befürchten, dass sie Diskriminierung beim Zugang zu medizinischer Behandlung zur Folge haben könnte. "Niemand sollte erleben müssen, dass ihm die Versorgung verweigert wird - darunter eine sichere und legale Abtreibung", erklärte die auf Familienplanung spezialisierte Organisation Planned Parenthood.

Trump will vor Demonstranten sprechen

Die Schaffung der neuen Abteilung wurde einen Tag vor einer geplanten Großdemonstration von Abtreibungsgegnern in Washington bekannt gegeben. Trump hat angekündigt, sich per Video-Schalte beim "Marsch für das Leben" zu Wort zu melden. Der US-Präsident hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen per Erlass staatliche Finanzhilfen für internationale Nichtregierungsorganisationen verboten, die Abtreibungen vornehmen oder darüber informieren.

Schon als Präsidentschaftskandidat hatte sich Trump klar gegen Abtreibungen positioniert. Für Aufsehen sorgte im März 2016 ein Interview mit dem Sender MSNBC, indem der Republikaner die Bestrafung von Frauen forderte, sollten Abtreibungen für illegal erklärt werden. Was genau er sich unter einer angemessenen Bestrafung vorstelle, wollte Trump damals nicht sagen.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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