Politik

Attacke auf saudische Öl-Anlagen Trump will Militärkonflikt mit Iran "vermeiden"

Aus seinem Unwilllen gegen einen Krieg mit dem Iran macht der US-Präsident keinen Hehl. Da er hinter den Angriffen auf saudische Öl-Anlagen aber Teheran wähnt, droht Trump zunächst mit einem Gegenschlag. Inzwischen gibt er sich wieder zurückhaltend. Auch in Riad will man erst mal den Täter ermitteln.

US-Präsident Donald Trump will nach den jüngsten Angriffen auf zwei saudi-arabische Öl-Anlagen einem militärischen Konflikt mit dem Iran nach eigenen Worten möglichst aus dem Weg gehen. Er würde einen solchen Konflikt "sicherlich vermeiden wollen", sagte Trump im Weißen Haus. Die Vereinigten Staaten seien allerdings mehr als jedes andere Land auf einen Konflikt vorbereitet. Trump hatte dem Iran am Vortag mit militärischer Vergeltung gedroht. Die USA stünden mit "geladener" Waffe bereit, hatte er getwittert.

Trump bekundete allerdings zugleich seine Bereitschaft, Saudi-Arabien nach diesen Attacken zu "helfen". Nach Ansicht Trumps deutet vieles auf den Iran als Urheber der Angriffe hin. "Es sieht danach aus", sagte Trump, fügte aber hinzu, dass Untersuchungen andauerten. "Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat", sagte Trump.

US-Verteidigungsminister Mark Esper äußerte unterdessen die Entschlossenheit seiner Regierung, die internationale Ordnung zu "verteidigen". Esper schrieb auf Twitter, Beratungen von Regierung und Militär der USA mit internationalen Partnern über eine Antwort auf diese "beispiellosen" Attacken seien im Gange. Der Chef des Pentagon beschuldigte Teheran, damit "die internationale, auf Regeln basierende Ordnung" zu untergraben. Esper hatte zuvor im Weißen Haus mit Präsident Trump über die Angriffe gesprochen.

Saudi-Arabien will internationale Untersuchung

Saudi-Arabien will die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen auf wichtige Ölanlagen des Königreichs zu beteiligen. Wie zuvor ein saudischer Militärsprecher erklärte am Abend auch das Außenministerium in Riad, bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Bürgerkriegsland Jemen im Einsatz ist, hatte bereits zuvor erklärt, bei den Angriffen seien iranische Drohnen eingesetzt worden. Sie seien jedoch nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden. Bei den Bombardierungen war unter anderem die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien mehrfach getroffen worden.

Zu den Attacken auf die Öl-Anlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte jedoch: "Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die globale Energieversorgung verübt." Die Huthi-Rebellen werden vom Iran im jemenitischen Bürgerkrieg unterstützt.

Quelle: n-tv.de, cri/mau/AFP/dpa

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