Politik

Sorge wegen China und Russland Trump will US-Raketenabwehr modernisieren

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Präsident Trump will die Raketentechnik der USA auf Stand bringen.

(Foto: REUTERS)

Zum besseren Schutz vor Bedrohungen plant US-Präsident Trump, die heimische Raketenabwehr aufzurüsten. Sogar Verteidigungssysteme im All sind im Gespräch. Beobachter befürchten ein neues Wettrüsten.

Die USA wollen ihre Raketentechnik zur Abwehr von Gefahren etwa aus Nordkorea, dem Iran sowie China und Russland ausweiten. Präsident Donald Trump erklärte, Widersacher und "Schurkenregime2 auf der ganzen Welt bauten ihre Raketenarsenale stetig aus und konzentrierten sich auf die Entwicklung von Langstreckenraketen, die Ziele in den USA erreichen könnten. Darauf müsse Amerika reagieren, sagte er bei der Vorstellung eines Strategiepapiers im Pentagon.

Zu den darin umrissenen Investitionen könnten auch Systeme gehören, die im Weltraum stationiert sind. Das All sei ein neuer Gefechtsschauplatz, unterstrich Trump. Ob die Regierung die Projekte tatsächlich umsetzen kann, hängt davon ab, ob sie die Finanzierung sicherstellen kann. Nichtsdestotrotz dürfte die bloße Ankündigung die Sorgen vor einem neuen Wettrüsten befeuern.

Sensoren im All

Mit den neuen Investitionen will sich Trumps Regierung nach eigenen Worten neben ballistischen Raketen auch gegen Marschflugkörper oder Hyperschall-Raketen rüsten. Dabei werden explizit Russland und China genannt. Die russische Regierung hatte im Dezember einen neuen Raketentyp getestet, der nach Darstellung des Kremls 27 Mal so schnell wie der Schall ist.

Zu den neuen Vorschlägen des Pentagons aus dem Papier mit dem Namen "Missile Defense Review" (Überprüfung der Raketenabwehr) gehören Sensoren im All, die Raketenstarts in anderen Staaten schneller erkennen sollen. Außerdem schlägt die Regierung eine Studie zu einem Abwehrsystem im Weltraum vor, mit dem feindliche Raketen abgeschossen werden könnten. Vorerst sollen solche Waffen aber noch nicht tatsächlich entwickelt werden, es handelt sich um Untersuchungen dazu.

Wieder was gelernt

Falls Sie erfahren wollen, warum US-Präsident Trump den INF-Vertrag aufkündigen will und welche Rolle China dabei spielt, hören Sie rein in diese Ausgabe von "Wieder was gelernt", dem Podcast von n-tv.de. Abonnieren Sie unsere Podcasts auch auf iTunes, Spotify, Google Podcasts und Deezer oder per Feed in der Podcast-App Ihrer Wahl.

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan ging bei der Vorstellung des Papiers darauf ein, dass es unter Trump zu einer Annäherung mit Nordkorea kam. Dennoch stellten Pjöngjangs Raketen weiterhin eine signifikante Bedrohung für die USA dar, ebenso wie die des Irans, sagte er.

Ultimatum an Russland

An mehreren Stellen in dem Papier werden zudem Russland und China als Grund dafür genannt, dass die USA ihr Abwehrsystem verbessern müssten. Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps Regierung die beiden Länder in einem Papier so herausstellt. Beobachter fürchten ein neues Wettrüsten. Diese Sorge wird auch dadurch genährt, dass die USA Russland ein Ultimatum zum gut 30 Jahre alten INF-Vertrag über das Verbot nuklearer Mittelstreckensysteme gestellt haben. Trumps Regierung will sich vom 2. Februar an nicht mehr an den Vertrag gebunden fühlen, wenn Russland nicht bis dahin die Zerstörung neuer Marschflugkörper zusagt.

Das letzte Mal, dass die US-Regierung eine "Missile Defense Review" vorlegte, war 2010 unter Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama. In den vergangenen Jahren hatte das US-Militär das derzeitige Raketenabwehrsystem mehrfach getestet. Von zehn Tests schlugen fünf fehl.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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