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Gespräch beim G20-Gipfel Türkei: Trump sagt Auslieferung Gülens zu

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die türkische Führung macht den Prediger Gülen für den Putschversuch vor zweieinhalb Jahren verantwortlich und fordert von den USA seine Auslieferung. Jetzt ist US-Präsident Trump laut Angaben aus Ankara bereit, diesen Schritt zu tun.

US-Präsident Donald Trump hat der Türkei nach Angaben der Regierung in Ankara die Auslieferung des Predigers Fetullah Gülen zugesagt. Trump habe gegenüber seinem türkischen Kollegen Tayyip Erdogan bei einer Begegnung am Rande des G20-Gipfels in Argentinien erklärt, die USA arbeiteten an der Überstellung Gülens und weiterer Personen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu beim "Doha Forum" in Katar.

"In Argentinien hat Trump Erdogan gesagt, sie arbeiteten daran, Gülen und andere auszuliefern", sagte Cavusoglu mit Bezug auf den G20-Gipfel. "Aber wir brauchen konkrete Schritte", sagte Cavusoglu weiter. Auch sprach er in diesem Zusammenhang von Ermittlungen des FBI in mehreren US-Bundesstaaten.

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Erdogan macht Gülen für den versuchten Putsch 2016 verantwortlich. Gülen bestreitet, etwas damit zu tun gehabt zu haben. Nach dem Scheitern des Aufstands wurden Zehntausende Menschen in der Türkei verhaftet oder aus dem Staatsdienst entlassen, die eine Nähe zur Gülen-Bewegung gehabt haben sollen.

Unklar ist, ob auch das Außen- und Justizministerium in den USA eine Auslieferung anstreben. Die Justizkorrespondentin Carrie Johnson beim National Public Radio in den USA twitterte, "wenn das stimmt, werden das Außenministerium und das Justizministerium dem folgen? Seit Jahren war das Argument der US-Regierung, dass es keine glaubhaften Beweise gibt, dass Gülen gegen das Gesetz verstoßen hat".

Erdogans ehemaliger Verbündeter befindet sich seit 1999 im Exil in den USA. Bisherige Forderungen nach seiner Auslieferung hatten keinen Erfolg. Trump selbst hatte noch letzten Monat gesagt, er plane nicht, Gülen auszuliefern. "Es steht nicht zur Diskussion", sagte er Journalisten.

Die angespannten Beziehungen zwischen den USA und der Türkei haben sich nach der Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson im Oktober etwas verbessert. Das Schicksal Gülens bleibt aber ein zentraler Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Letzten Monat waren Gerüchte über eine mögliche Auslieferung des Predigers aufgekommen. NBC News hatte berichtet, dass das Weiße Haus nach Möglichkeiten suche, Gülen auszuweisen, um den türkischen Druck auf Saudi-Arabien im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi abzuschwächen. Saudi-Arabien ist ein Verbündeter der USA. Trump stellt sich weiter gegen zunehmende Indizien auch seiner eigenen Geheimdienste, wonach die saudiarabische Regierung in die Tötung Khashoggis verwickelt ist.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/AFP

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