Politik

Kurdisch kontrollierte Gebiete Türkei bombardiert Ölfelder in Syrien mit Drohnen

276010234.jpg

Die Türkei soll Ziele nahe der Stadt Kamschli und im Öl-reichen Gebiet Rumeilan mit Drohnen bombardieren (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Die Türkei geht weiter hart gegen kurdische Stellungen in seinen Nachbarländern vor. Jetzt nimmt das türkische Militär auch Ölfelder im Nordosten von Syrien ins Visier. Dutzende Menschen wurden der SDF zufolge dabei getötet.

Die türkische Luftwaffe hat in der Nacht zum Donnerstag Anlagen zur Ölförderung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Nachbarlandes angegriffen. Das teilten drei mit den Vorgängen vertraute Personen in der betroffenen Region mit. Demnach wurden Ziele nahe der Stadt Kamschli und im Öl-reichen Gebiet Rumeilan mit Drohnen bombardiert. Nach SDF-Angaben wurden Dutzende Menschen getötet, darunter elf ihrer Milizionäre. Es sei das erste Mal, dass die Türkei systematisch Ölfelder unter Kontrolle der SDF angreift.

Der türkische Verteidigungsminister Hukusi Akar sagte nach Angaben seines Ministeriums nach einem Telefonat mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, sein Land wolle terroristischen Gefahren aus dem Norden Syriens dauerhaft vorbeugen. Am Mittwoch hatte Russland die Türkei aufgefordert, auf die angekündigte Bodenoffensive gegen die SDF zu verzichten.

Die USA warnten noch in der Nacht zum Donnerstag, mit den Luftschlägen im Norden Syriens würden auch US-Soldaten gefährdet. Eine sofortige Deeskalation sei nötig, um den Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) aufrecht und die Sicherheit der Amerikaner zu erhalten, forderte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington, Pat Ryder. Die USA haben rund 900 Soldaten in Syrien im Einsatz, die meisten im Nordosten. Sie arbeiten dort mit den SDF im Kampf gegen den IS zusammen.

Die Türkei rechtfertigt ihr militärisches Vorgehen als Vergeltung für den Bombenanschlag in der Innenstadt Istanbuls. Bereits am Wochenende hatte die türkische Luftwaffe nach eigenen Angaben Stützpunkte der SDF und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Syrien und im Irak bombardiert. Sowohl die PKK als auch die SDF haben erklärt, nichts mit dem Bombenanschlag in Istanbul zu tun zu haben.

Quelle: ntv.de, hny/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen