Politik

Alternative zu Straße von HormusTürkei forciert Bahnlinie zwischen Saudi-Arabien und Europa

14.06.2026, 23:09 Uhr
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Dampflok-Dampflokomotive-Hedschasbahn-Wadi-Rum-Jordanien-Kleinasien-Hedschas-Bahn
Ein historische Dampflok der Hedschasbahn: Die Türkei plant die Wiederbelebung der Strecke. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Mit der Schließung der Meerenge von Hormus würgt der Iran den Handel im Nahen Osten ab. Die türkische Regierung räumt der Wiederbelegung der historischen Bahnlinie zwischen Saudi-Arabien und Europa nun eine hohe Priorität ein. Waren wie Öl und Erdgas könnten dann auf dem Landweg transportiert werden.

Angesichts der Blockade der Schifffahrtsstraße von Hormus drückt die Türkei bei der Wiederbelebung einer Bahnlinie zur Anbindung des Nahen Ostens an Europa aufs Tempo. Die Türkei und Saudi-Arabien beabsichtigten die Schließung der 400 Kilometer großen Verbindungslücke in Jordanien und Syrien bereits in drei bis vier Jahren, sagte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu dem Sender Al Jazeera. Entsprechende Absichtserklärungen zur Kooperation im Logistik- und Bahnsektor hatten die Partner am vergangenen Dienstag unterzeichnet. Die Regionen waren bereits im Osmanischen Reich durch die sogenannte Hedschasbahn verbunden, die später in Teilen verfiel.

Die Bahnlinie solle von Saudi-Arabien über Jordanien und Syrien in die Türkei führen und von dort mit dem europäischen Bahnnetz verbunden werden, sagte Uraloglu. "Wir sprechen über eine Verbindung, die jede Art von Fracht nach Europa transportieren wird", erläuterte der Minister und nannte Waren, Öl und Erdgas. Es handle sich um eine Alternative zum Schiffsverkehr, der durch die Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg empfindlich behindert wird. Im Personenverkehr könne die Bahnstrecke auch für die jährliche muslimische Pilgerfahrt Hadsch zu den Heiligen Stätten in Saudi-Arabien genutzt werden, sagte Uraloglu.

Spätere Erweiterung auf Golfstaaten möglich

Später könnten auch die an Saudi-Arabien grenzenden Staaten Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Katar, Oman und Jemen an diese Bahnstrecke angebunden werden, sagte Uraloglu. Es solle nun ein Finanzierungsplan ausgearbeitet werden. Die Investitionen umfassten auch rund 100 Millionen Dollar für den Wiederaufbau der Strecke zwischen der Türkei und dem syrischen Aleppo, um eine Verbindung nach Damaskus zu schaffen. Die Türkei pflegt seit dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Ende 2024 enge Beziehungen zur Regierung in Damaskus und hat Hilfe beim Wiederaufbau des Nachbarlandes zugesagt.

Das Osmanische Reich hatte die Hedschasbahn von Damaskus nach Medina im heutigen Saudi-Arabien zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Geleitet worden war das Projekt von dem deutschen Ingenieur Heinrich August Meißner. Nach dem Zerfall des Reichs, aus dem 1923 die türkische Republik hervorging, wurden auch die Verbindungen unterbrochen.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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