Politik

Frankreich kritisiert Vorgehen Türkei nimmt französisches Schiff ins Visier

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Die französische Fregatte wurde von türkischen Militärschiffen bedrängt.

(Foto: imago/Xinhua)

Frankreichs Verteidigungsministerin prangert das Verhalten türkischer Schiffe im Mittelmeer an. Diese hätten sich kürzlich einer französischen Fregatte genähert und sie drei Mal mit dem Feuerleitradar angestrahlt. Zudem verletze die Türkei das UN-Embargo gegen Waffenlieferungen an Libyen.

Frankreich hat dem Nato-Partner Türkei ein "extrem aggressives" Vorgehen gegen ein französisches Militärschiff im Mittelmeer vorgeworfen. Verteidigungsministerin Florence Parly habe den "sehr schwerwiegenden" Vorfall bei einer Videokonferenz mit ihren Nato-Kollegen deutlich angesprochen, teilt ihr Ministerium mit.

Den französischen Angaben zufolge hatten sich türkische Schiffe kürzlich der französischen Fregatte genähert, als diese ein Frachtschiff inspizierte - eine Aktion, die im Rahmen des Nato-Einsatzes zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen stattgefunden habe. Die türkischen Schiffe hätten dabei die Fregatte drei Mal mit dem Feuerleitradar angestrahlt. Solche Radarsysteme dienen der Lenkung von Geschossen.

Frankreich wirft der Türkei vor, das UN-Embargo gegen Waffenlieferungen an Libyen zu verletzen. Die Türkei hatte bei einer Berliner Libyen-Konferenz im Januar, ebenso wie andere in den Bürgerkrieg verwickelte Staaten, zugesichert, das Embargo zu respektieren, um so eine Beilegung des Konflikts zu erleichtern.

Weiter fruchtlose Bemühungen um Waffenruhe

Ankara unterstützt im libyschen Bürgerkrieg die von den Vereinten Nationen anerkannte Einheitsregierung von Fajes al-Sarradsch. Die französische Regierung warf der Türkei nun auch vor, durch ihre Militärunterstützung für eine Offensive der Einheitsregierung gegen die Truppen des Generals Chalifa Haftar torpediere sie die Bemühungen, rasch eine Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land zu erreichen.

Durch die jüngste Offensive ist es der Einheitsregierung gelungen, die Haftar-Truppen aus dem Westen des Landes zu verdrängen. Derzeit versucht eine ägyptische Friedensinitiative, beide Seiten zu einer Waffenruhe zu bewegen. Dies lehnte die Einheitsregierung in Tripolis jedoch zuletzt ab.

Seit Beginn eines Vorrückens der Haftar-Truppen auf Tripolis vor mehr als einem Jahr wurden hunderte Menschen getötet und rund 200.000 Menschen in die Flucht getrieben. In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von Haftar kontrolliert.

Quelle: ntv.de, chf/AFP