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Ankara sucht 20 Verdächtige Türkei setzt Interpol auf Khashoggi-Mörder an

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Der Journalist Jamal Khashoggi wurde am 2. Oktober in einem saudischen Konsulat in Istanbul brutal ermordet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fünf Monate nach dem Mord an dem saudischen Regimegegner Jamal Khashoggi in Istanbul stellt die Türkei einen Fahndungsaufruf zu mehreren Mordverdächtigen aus. Mithilfe von Interpol sollen 20 Männer festgenommen und ausgeliefert werden.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag der Türkei einen Fahndungsaufruf zu 20 Verdächtigen im Fall der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi herausgegeben. Wie das türkische Justizministerium am Donnerstagabend mitteilte, gab Interpol am 1. März eine sogenannte Red Notice für 20 Verdächtige heraus, die an dem Mord im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens beteiligt gewesen sein sollen. Die Türkei hatte sie demnach Ende vergangenen Jahres beantragt.

Mit einer Red Notice werden die Polizei- und Justizbehörden der Interpol-Mitgliedstaaten zur Festnahme von Verdächtigen aufgefordert. Sie werden auf Antrag eines Mitgliedslands nach Prüfung durch Interpol ausgestellt und stellen keinen internationalen Haftbefehl dar. Angaben zur Identität der gesuchten Verdächtigen machte das türkische Justizministerium zunächst nicht. Es dürfte sich aber um die mutmaßlichen Auftraggeber und Täter handeln.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem extra angereisten Kommando aus 15 saudischen Agenten ermordet worden. Unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis schließlich zu, dass der Regierungskritiker bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme getötet worden sei. In Saudi-Arabien müssen sich seit Anfang Januar elf Verdächtige wegen des Mordes verantworten.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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