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"Terror des IS beenden" Türkei will bei Frieden in Syrien mitbestimmen

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Die Türkei unterstützt syrische Milizionäre in der Nähe der Stadt Manbidsch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der türkische Präsident Erdogan will nach eigener Aussage mit dem Kampf gegen den IS für Frieden in Syrien sorgen und bietet an, dass sein Land "diese schwere Last" tragen kann. Außerdem sieht er die Türkei auch als wichtigen Partner beim geplanten Truppenabzug der USA.

Die Türkei will den Friedensprozess in Syrien in führender Rolle mitgestalten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schrieb in einem Gastbeitrag für die "New York Times", sein Land sei sowohl in den Genfer als auch in den Astana-Prozess eingebunden gewesen und somit der einzige Interessenvertreter, der gleichzeitig mit den USA und Russland zusammenarbeiten könne.

"Wir werden auf diese Partnerschaften aufbauen, um die Arbeit in Syrien zu erledigen." Sein Land beabsichtige, "mit unseren Freunden und Verbündeten zusammenzuarbeiten und unsere Maßnahmen zu koordinieren". Die Gespräche in Astana wurden von Russland, dem Iran und der Türkei organisiert, die Friedensgespräche in Genf liefen unter Vermittlung der Vereinten Nationen.

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat in Ankara mit türkischen Vertretern über das Vorgehen im Syrienkrieg gesprochen. An dem Treffen hätten auch US-Generalstabschef Joseph Dunford und der Syrien- sowie IS-Beauftragte der US-Regierung, James Jeffrey, teilgenommen. Es habe etwas mehr als zwei Stunden gedauert, meldeten regierungsnahe Medien wie die Nachrichtenagentur Anadolu sowie CNN Türk am Dienstag. Zum Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Eine Pressekonferenz wurde abgesagt.

Themen dürften unter anderem gewesen sein, wie es mit dem US-Truppenabzug aus Syrien weitergeht und welche Rolle die Türkei dann dort spielen wird - zum Beispiel im Kampf gegen den Islamischen Staat. Ein weiteres Thema dürfte die geplante Offensive der Türkei gegen kurdische Truppen in Nordsyrien gewesen sein. Die Türkei sieht die Kurden dort als Terroristen an. Für die USA sind sie hingegen wichtige Alliierte im Kampf gegen den IS. Erdogan schrieb in dem Gastkommentar, es sei an der Zeit, dass alle Beteiligten ihre Kräfte bündelten, um den Terror des Islamischen Staats zu beenden und die territoriale Integrität Syriens zu bewahren.

"Keinen Streit mit syrischen Kurden"

"Die Türkei bietet an, diese schwere Last in einer kritischen Zeit der Geschichte zu tragen. Wir zählen darauf, dass die internationale Gemeinschaft an unserer Seite steht." Erdogan schlug die Schaffung einer Stabilisierungstruppe vor, die Kämpfer aus allen Teilen der syrischen Gesellschaft aufnehmen solle. "In diesem Sinne möchte ich darauf hinweisen, dass wir keinen Streit mit den syrischen Kurden haben."

Die Gemeinderäte in überwiegend kurdischen Teilen Nordsyriens sollten hauptsächlich aus Vertretern der kurdischen Gemeinschaft bestehen, zugleich sollten auch andere Gruppen fair politisch repräsentiert werden.

Erdogan schrieb, der von US-Präsident Trump angekündigte Abzug der US-Truppen müsse sorgfältig geplant werden. Trump habe die richtige Entscheidung getroffen. Allerdings müsse der Abzug in Zusammenarbeit "mit den richtigen Partnern" über die Bühne gehen, um die Interessen der USA, der internationalen Staatengemeinschaft und des syrischen Volkes zu wahren. Die Türkei sei der richtige Partner dafür und fest entschlossen, die Extremisten-Miliz IS und "andere Terrorgruppen" in dem Bürgerkriegsland zu bekämpfen. Die Türkei sei das einzige Land mit der Macht, diese Aufgabe durchführen zu können.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/rts

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