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Heftige Gefechte in Grenzstadt Türkische Armee rückt in Ras al-Ain vor

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In Ras al-Ain trifft die türkische Armee auf heftigen Widerstand.

(Foto: REUTERS)

Die türkische Regierung lässt sich von internationaler Kritik und Sanktionsdrohungen nicht beeindrucken. Ihr Militär nimmt in Nordsyrien Dutzende Orte ein. Mehr als 100 Menschen werden getötet, auf beiden Seiten sterben Zivilisten .

Die türkischen Truppen sind bei ihrer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in die Grenzstadt Ras al-Ain in Nordsyrien eingedrungen. Angaben aus Ankara, wonach die türkische Armee die Stadt bereits erobert habe, wurden vom Rebellenbündnis SDF umgehend dementiert. Die Gefechte in Ras al-Ain halten noch an. Die USA warfen der Türkei unterdessen den Beschuss von US-Soldaten vor und drohten Ankara mit Sanktionen.

Die türkischen Truppen und ihre syrischen Verbündeten waren laut der Beobachtungsstelle am Morgen aus drei Richtungen auf Ras al-Ain vorgerückt. Der Kampf dauere aber an, betonte ein Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die SDF sind ein Bündnis der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und arabischer Milizen.

Die Türkei hatte am Mittwoch nach einem Rückzug von US-Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet ihre lange angedrohte Militäroffensive gegen die YPG in Nordsyrien begonnen. Die Armee bombardierte die Grenzstädte Tal Abjad und Ras al-Ain aus der Luft, zudem rückten türkische Bodentruppen und ihre syrischen Verbündeten auf die beiden Ortschaften vor.

In der Nacht zum Samstag nahmen die türkischen Truppen laut der Beobachtungsstelle elf Ortschaften in Nordsyrien ein, die meisten von ihnen in der Nähe von Tal Abjad. Seit Mittwoch eroberten sie demnach insgesamt 23 ehemals von den Kurden kontrollierte Orte. Seit dem Beginn der Offensive wurden mehr als 70 kurdische Kämpfer sowie 30 Zivilisten in Nordsyrien getötet, wie die den Rebellen nahestehende Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Die Angaben der in London ansässigen Organisation sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Mehr als hunderttausend Menschen auf der Flucht

Auf türkischer Seite wurden nach Angaben Ankaras 18 Zivilisten getötet. Bei den Kämpfen in Nordsyrien seien außerdem vier Soldaten getötet worden. Nach UN-Angaben flohen bereits mehr als 100.000 Menschen aus dem Grenzgebiet vor den Kämpfen.

Die USA und andere westliche Staaten hatten den türkischen Militäreinsatz von Beginn an heftig kritisiert, da sie in der YPG den wichtigsten Partner im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sehen. Sie fürchten ein Wiedererstarken der IS-Miliz.

Die USA drohten dem Nato-Partner Türkei mit Sanktionen. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, auf Geheiß von Präsident Donald Trump seien "sehr weitreichende" Strafmaßnahmen auf den Weg gebracht worden. Frankreich drohte der Türkei mit EU-Sanktionen. Präsident Emmanuel Macron forderte in einem Telefonat mit Trump den sofortigen Stopp der türkischen Offensive.

Für zusätzliche Spannungen zwischen Washington und Ankara sorgte ein Zwischenfall nahe der syrischen Grenzstadt Kobane. Die USA warfen der Türkei vor, dort am Freitagabend US-Soldaten unter Beschuss genommen zu haben. Wenige hundert Meter entfernt von einem US-Militärposten habe es eine Explosion gegeben, erklärte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Er forderte die Türkei auf, alles zu vermeiden, was zu "sofortigen Verteidigungsaktionen" führen könne.

Die Türkei wies die Anschuldigungen zurück. "Es wurden keinerlei Schüsse auf den US-Beobachtungsposten abgegeben", sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar. Die Türkei will mit ihrem Vorstoß eine "Sicherheitszone" südlich der türkischen Grenze in Nordsyrien schaffen. Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte in einer Rede in Istanbul, sein Land werde sich dem internationalen Druck nicht beugen. "Wir werden nicht den Rückzug antreten", sagte er. "Wir werden diesen Kampf fortsetzen, bis sich alle Terroristen 32 Kilometer von unserer Grenze entfernen."

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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