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Kriegsschiffe vor Zypern Türkische Marine blockiert Bohrschiff

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Die geplante Suche nach Erdgas vor Zypern führt weiter zu Spannungen zwischen der Republik Zypern und der Türkei.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Vor der Küste Zyperns entdecken Forscher Erdgasvorkommen von "exzellenter Qualität". Es dauert nicht lange, bis die Türkei Kriegsschiffe am Fundort auffährt und weitere Forschungen blockiert. Das führt zu neuen Spannungen in der Region.

Die EU hat die Türkei aufgefordert, die seit Freitag mit Kriegsschiffen durchgesetzte Blockade von Erdgaserkundungen vor Zypern aufzugeben. Die Europäische Union rufe die Türkei auf, von jeglichen Handlungen Abstand zu nehmen, die die gute Nachbarschaft gefährden könnten, sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Die Türkei habe die Souveränität der EU-Staaten über deren Hoheitsgewässer und deren Luftraum zu respektieren.

Nach Angaben aus griechisch-zyprischen Regierungskreisen hinderten zuletzt sechs türkische Kriegsschiffe das vom italienischen Energieunternehmen Eni gemietete Gasbohrschiff "Saipem 12000" mit gefährlichen Manövern daran, ein Erforschungsgebiet südöstlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen. Die Blockade dauere mittlerweile seit Freitagabend an, hieß es. Die italienische Regierung sei über den Zwischenfall informiert worden.

Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprer missachteten deren Rechte, hieß es nun aus der Türkei. Das Athener Außenministerium erklärte, das Verhalten Ankaras sei nicht im Einklang mit der Haltung eines Landes, das EU-Mitglied werden wolle. Ankara verletze internationales Recht.

"Exzellentes" Erdgas unter dem Meeresboden

Die zypriotische Regierung in Nikosia hatte vor kurzem erste Erfolge bei der Suche nach Erdgas gemeldet. Unter dem Meeresboden rund 60 Seemeilen südlich der zyprischen Hafenstadt Paphos seien Erdgasvorkommen "exzellenter Qualität" entdeckt worden, hatte der zyprische Energieminister Giorgos Lakkotrypis erklärt. Auch das Unternehmen Eni, dessen Techniker die Bohrungen in eine Tiefe von knapp 4000 Meter durchführte, bestätigte den Fund. Über die Menge der Vorkommen machten aber weder Lakkotrypis noch Eni Angaben.

Nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention ist Zypern seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, ist seit 2004 EU-Mitglied. Sie wird von der Türkei nicht anerkannt. Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns waren im Juli 2017 gescheitert.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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