Politik

Neue Geberkonferenz UN: Brauchen Milliarden für Syrien-Hilfe

3539414.jpg

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Allein in diesem Jahr werden sieben Milliarden Euro für die humanitäre Hilfe wegen des Syrienkrieges. Doch das Geld fließt bestenfalls schleppend. Und der Bedarf wird im kommenden Jahr nicht geringer.

Wegen des anhaltenden Kriegs in Syrien rechnen die Vereinten Nationen auch im nächsten Jahr mit einem Milliardenbedarf für humanitäre Hilfe. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien verwies bei einem Besuch in Berlin darauf, dass im laufenden Jahr dafür umgerechnet etwa sieben Milliarden Euro benötigt würden. "Es wäre sehr schwierig, wenn das nächstes Jahr weniger wäre", sagte der britische UN-Diplomat.

Für Anfang Februar 2016 ist in London eine neue internationale Geberkonferenz geplant. Deutschland wird zusammen mit Großbritannien einer der Veranstalter sein. Als amtierender Vorsitzender der G7-Gruppe von sieben großen Industrienationen hatte die Bundesrepublik Ende September bei einer Konferenz am Rande der UN-Vollversammlung in New York etwa 1,7 Milliarden Euro zusammengebracht.

Im Syrien-Konflikt wurden bislang etwa 250.000 Menschen getötet. Mehr als vier Millionen Syrer haben ihre Heimat verlassen. Die meisten Flüchtlinge nehmen Nachbarländer wie die Türkei, Jordanien und der Libanon auf. Mittlerweile sind viele Syrer auch bis nach Deutschland gekommen.

Deutschland ist zuverlässiger Geldgeber

Der Finanzbedarf für Syrien-Hilfen in diesem Jahr wird von der UN auf knapp 7,5 Milliarden Dollar (etwa sieben Milliarden Euro) beziffert. Bis Mitte November gingen bei der Weltorganisation allerdings erst etwa 45 Prozent der Summe ein. Immer wieder gibt es Klagen, dass versprochene Hilfen nicht eingezahlt werden. Das Welternährungsprogramm (WFP) musste seine Hilfe für Flüchtlinge in der Region teils drastisch kürzen.

O'Brien lobte Deutschland als "extrem zuverlässigen Geldgeber". Deutschland biete ein sehr gutes Beispiel, sagte der Brite, der seit Juni im Amt ist. "Ich habe in meiner Zeit bei den Vereinten Nationen sehr schnell den Unterschied zwischen den Wörtern Versprechen und Zusage gelernt. Das Wort, auf das es wirklich ankommt, ist Bargeld."

Nach Angaben des UN-Koordinators brauchen die Vereinten Nationen etwa 80 Prozent der Nothilfen für die Bewältigung von politischen Konflikten. Etwa 20 Prozent werden benötigt, um die Folgen von Naturkatastrophen zu bewältigen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema