Politik

Migranten sterben im Mittelmeer UN-Flüchtlingshilfswerk ermahnt Europa

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Die Flucht nach Europa wird immer gefährlicher.

(Foto: dpa)

In Corona-Zeiten scheint dies fast vergessen: Das Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt - zumal es kaum mehr Seenotretter gibt. Das UNHCR erinnert die EU nun an ein uraltes Prinzip - und verlangt eine Rettungsmission.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert neue Anstrengungen der Europäischen Union zur Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer. "Es ist ein uraltes, unpolitisches Prinzip, dass man Menschen in Seenot nicht allein lässt", sagte der Vertreter des UNHCR in Deutschland, Frank Remus. Es brauche deshalb eine neue EU-Mission, die auch die Rettung von Migranten vorsehe.

Zum Monatsanfang ist die neue EU-Operation "Irini" gestartet, die das UN-Waffenembargo gegen das Bürgerkriegsland Libyen überwachen soll. Um Migranten keinen Anreiz zu bieten, sich auf den Weg nach Europa zu machen, soll sie abseits der Fluchtrouten operieren. Die Pflicht im internationalen Seerecht, Menschen in Seenot zu retten, gilt aber auch für sie. Kommt es dazu, sollen die Menschen nach Griechenland gebracht und von dort auf andere EU-Staaten verteilt werden.

Im März ist eine Vereinbarung ausgelaufen, die Deutschland und drei weitere EU-Staaten ein halbes Jahr zuvor auf Malta getroffen hatten. Sie regelte eine Verteilung aus Seenot geretteter Migranten aus Italien auf andere europäische Länder und trug so dazu bei, dass Italien die Schiffe in seine Häfen einlaufen ließ. Wegen der Corona-Krise ist sie bislang nicht verlängert worden. 

"'Malta' reicht nicht, aber 'Malta' war ein wichtiger Anfang", sagte Remus. "Wir sprechen über eine Zahl von Menschen, die für einen großen, reichen Kontinent verschwindend klein ist." Es brauche eine Lösung, die die Verteilung Geretteter klar regle. "Das ist eine gemeinsame Verantwortung der EU Mitgliedstaaten, nicht nur eine des Küstenstaats. Daher sollten möglichst viele Mitgliedstaaten ihren Teil beitragen."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa