Politik

Umweltthemen im Fokus UN-Generalsekretär erhält Karlspreis

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Guterres bekommt den 61. Karlspreis, 2018 war Frankreichs Präsident Macron ausgezeichnet worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor allem mehr Einsatz für das Klima fordert UN-Generalsekretär Antonio Guterres, als er den Internationalen Karlspreis in Aachen entgegennimmt. Er hat auch schon Ideen für mehr Umweltschutz. Eine Laudatio auf den früheren Ministerpräsidenten Portugals kommt vom spanischen König Felipe.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat in Aachen den Karlspreis verliehen bekommen. Guterres forderte dabei mehr Einsatz Europas für die Weltgemeinschaft. "Als Generalsekretär habe ich die Notwendigkeit eines geeinten und starken Europas nie so klar und deutlich gespürt wie jetzt", sagte Guterres in seiner Dankesrede nach der Verleihung des Karlspreises im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Guterres benannte den Klimawandel, Migration und Digitalisierung als Herausforderungen unserer Zeit.

Guterres ist der 61. Träger des Internationalen Karlspreises, im vergangenen Jahr war Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ausgezeichnet worden. Der Karlspreis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in führender Position um die europäische Einigung verdient machten. Guterres erhielt den Preis als Würdigung für seinen Einsatz für eine multilaterale - also aus mehreren, gleichberechtigten Ländern bestehende - Weltordnung.

Der 70-jährige Portugiese sagte in Aachen, eine solche Ordnung sei nötig, um einen neuen kalten Krieg zu verhindern. Die "Vereinigten Staaten von Europa" würden als Säule dieses Multilateralismus unbedingt gebraucht. Es sei jetzt an der Zeit, wieder Vertrauen herzustellen, "Vertrauen zwischen den Menschen und den politischen Institutionen". Ein starkes und geeintes Europa sei nur möglich, wenn es seine Herausforderungen meistere.

Forderung nach Verschmutzungssteuer

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Der spanische König Filipe würdigte Guterres für seinen Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nachdrücklich sprach sich Guterres auch dafür aus, in der Klima- und Umweltpolitik einen Kurswechsel zu vollziehen. So sei es doch viel schlauer, Steuern auf Umweltverschmutzung zu erheben als auf Arbeit, sagte der UN-Generalsekretär. Er halte es auch nicht für sinnvoll, fossile Brennstoffe, die Schritt für Schritt die Welt zerstörten, mit staatlichen Mitteln zu fördern.

Spaniens König Felipe VI. würdigte Guterres in seiner Laudatio als einen "Mann mit weitem Horizont". Er investiere seine unglaubliche Energie in jedes Unterfangen, das er sich vornehme. Die Arbeit von António Guterres erinnere daran, dass der europäische Traum nicht an den Grenzen ende, sagte Felipe: "Unsere Ideale" seien die gleichen "wie die von Millionen von Menschen in der ganzen Welt, aus allen sozialen Schichten und aus allen Generationen und kulturellen Traditionen".

Zustimmung vom Bürgermeister

Der Aachener CDU-Oberbürgermeister Marcel Philipp legte einen Schwerpunkt seiner Festrede auf den Klimawandel. Er plädierte dafür, die Forderungen der von Schülern gestarteten Protestbewegung Fridays for Future ernst zu nehmen. Die Erwachsenen trügen die Verantwortung dafür, dass die Jugend einen unzerstörten Planeten erbe.

Notwendig seien voraussichtlich Umweltmaßnahmen wie eine CO2-Steuer oder der Zertifikatehandel, sagte der Aachener Oberbürgermeister. Doch beides werde die Probleme nicht lösen. Es sei ein anderes, größeres Umdenken nötig - und dies liege im Handeln jedes Einzelnen im Alltag. "Wir müssen anders leben, uns anders fortbewegen", forderte Philipp.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa

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