Politik
Im August hatten Regierungstruppen die Stadt Sirte vom IS zurückerobert.
Im August hatten Regierungstruppen die Stadt Sirte vom IS zurückerobert.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. September 2016

Kampf gegen Islamisten: UN: IS verliert sein Territorium in Libyen

Im Kampf gegen den Islamischen Staat in Libyen machen die Regierungstruppen nach UN-Angaben Fortschritte: Schon bald, heißt es, wird die IS-Terrormiliz kein Territorium mehr in dem Bürgerkriegsland halten. Doch es gibt noch ein anderes Problem.

Der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen kommt nach Einschätzung der Vereinten Nationen rasch voran. Die libyschen Truppen hätten "beeindruckende Fortschritte" gemacht, sagte Martin Kobler, der deutsche UN-Sonderbeauftragte für Libyen, vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. "Sehr bald wird der IS kein Territorium in Libyen mehr halten."

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Besorgt zeigte sich Kobler allerdings angesichts der Kämpfe um mehrere Ölterminals an der libyschen Mittelmeerküste. Sie stellten einen "starken Dämpfer" für den Friedensprozess in dem Land dar. "Diese Entwicklung wird die Ölexporte weiter behindern, Libyen von seiner einzigen Einkommensquelle abschneiden und die Teilung des Landes verstärken", sagte Kobler. "Das muss aufhören."

Um die wichtigen Terminals kämpft eine selbsternannte Schutztruppe der Erdöleinrichtungen, die mit der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis verbündet ist, gegen Einheiten der libyschen Gegenregierung. Diese sind mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar von der Führung im ostlibyschen Tobruk verbandelt. Er verweigert der unter UN-Vermittlung entstandenen Einheitsregierung des tief gespaltenen Bürgerkriegslandes die Anerkennung.

Milizen erobern Ölterminals

Zuletzt hatten die Soldaten der Gegenregierung den wichtigen Ölexporthafen in Suwaitina erobert. Dies war ein weiterer Rückschlag für die Einheitsregierung in Tripolis. Auch die Terminals in den Häfen Al-Sedra und Ras Lanuf stehen mittlerweile unter Kontrolle von General Haftar. Westliche Staaten hatten daraufhin den Rückzug aus eroberten Ölhäfen gefordert.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land, verschiedene Milizen ringen um die Macht. Davon profitierte auch der Islamische Staat. Die Einheitsregierung, die im März unter Vermittlung der Vereinten Nationen gebildet worden war, ringt weiter darum, ihre Autorität im ganzen Land durchzusetzen.

Quelle: n-tv.de