Politik

7,2 Millionen BetroffeneUN warnt vor "katastrophalem Hunger" im Südsudan

29.05.2026, 20:37 Uhr
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Ein Brennpunkt ist der Bundesstaat Jonglei, in dem Hunderttausende hungern. (Foto: picture alliance / epd-bild)

Aufflammende Konflikte verschärfen die Lage im Südsudan weiter. Nun berichtet die UN, dass im jüngsten Land der Welt etwa die Hälfte der Bevölkerung hungert. Hoffnung auf Besserung gibt es kaum - es fehlt an Geld. Und die Witterung erschwert den Helfern die Arbeit.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung im Südsudan ist den UN zufolge auf sofortige Nahrungsmittelhilfen angewiesen. 7,2 Millionen Menschen in dem Land benötigen "dringend Nahrungsmittelhilfen", erklärte die beim Welternährungsprogramm (WFP) für den Südsudan zuständige Direktorin Mutinta Chimuka. "Die Situation ist kritisch und erfordert sofortige Aufmerksamkeit, um Menschenleben zu retten", fügte sie hinzu.

Ein Brennpunkt ist demnach der Bundesstaat Jonglei, in dem hunderttausende Menschen unter "katastrophalem Hunger" leiden. Etwa 12.000 von ihnen befänden sich derzeit in einer "äußerst kritischen Phase" der Ernährungsunsicherheit, erklärte Chimuka weiter. "Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg starker Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren und stillenden Müttern."

Den Angaben zufolge konnte das WFP in den vergangenen drei Wochen mehr als 60.000 Menschen in der umkämpften Stadt Akobo mit Nahrungsmitteln versorgen. Die bevorstehende Regenzeit könne den Transport von Hilfsgütern in die Region allerdings bald unmöglich machen. Um weiter Hilfe leisten zu können, benötige das Welternährungsprogramm 266 Millionen Dollar (umgerechnet 227 Millionen Euro), erklärte Chimuka. "Das Zeitfenster ist wirklich sehr, sehr eng."

Der Südsudan ist das weltweit jüngste Land und hatte sich 2011 vom Sudan abgespalten. Zuletzt hatte sich die Lage im Land zunehmend verschlechtert, nachdem der Konflikt zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und Unterstützern von Vizepräsident Riek Machar wieder aufgeflammt war. Ein 2018 geschlossenes Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Todesopfern beendet hatte, ist Anfang des Jahres gescheitert.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP

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