Politik

Zivile Beobachter in Hudaida UN wollen Waffenruhe im Jemen überwachen

02370499c2fa3cc50128cc50df632f02.jpg

Die Waffenruhe im Jemen ist brüchig, die UN wollen nun den Abzug der Kämpfer überwachen.

(Foto: dpa)

Die Regierung des Jemen und die Rebellen einigen sich auf eine Waffenruhe. Damit diese auch eingehalten wird, schickt der UN-Sicherheitsrat Beobachter. Sie sollen einen der wichtigsten Versorgungspunkte des Landes überwachen.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich einstimmig auf die Entsendung von zivilen Beobachtern in die jemenitische Stadt Hudaida verständigt. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten in New York für den britischen Entwurf, der die Überwachung des brüchigen Waffenstillstands in der strategisch wichtigen Hafenstadt vorsieht. Die Beobachter sollen unter anderem den Betrieb des Hafens sicherstellen und den geplanten Abzug der Kämpfer aus der Stadt überwachen.

Der Text begrüßt die Fortschritte bei den Friedensgesprächen in Schweden, bei denen sich die international anerkannte Regierung des Jemens und die schiitischen Huthi-Rebellen, die Hudaida kontrollieren, auf die Waffenruhe geeinigt hatten. Die Resolution bittet zudem UN-Generalsekretär António Guterres um Entsendung eines Vorausteams zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe zunächst für 30 Tage. Bis Ende des Jahres soll Guterres zudem Vorschläge machen, wie die Überwachung danach weiter ausgeführt werden kann.

Zuvor hatte es Streit über den Text der Resolution gegeben, weil in einem ersten Entwurf der Iran genannt wurde. Dem Iran wird vorgeworfen, die Huthi-Rebellen mit Waffen zu unterstützen. Das Land bestreitet die Vorwürfe. Auf Druck Russlands und gegen Widerstand der USA wurde die Erwähnung des Irans gestrichen.

Feuerpause nicht eingehalten

Regierung und Huthi-Rebellen hatten sich am Donnerstag vergangener Woche bei ihren Gesprächen unter UN-Vermittlung auf eine Waffenruhe geeinigt. Ursprünglich sollte die Feuerpause schon in der Nacht zu Freitag in Kraft treten. Sie erwies sich aber als brüchig, die Kämpfe in der Stadt dauerten an.

Später wurde der offizielle Beginn der Waffenruhe auf Dienstag Mitternacht (Ortszeit) verschoben. Die Vereinbarung gilt für das von den Rebellen kontrollierte Hudaida und den dortigen Hafen. Er ist eine der wichtigsten Versorgungsadern des bitterarmen Landes. Über ihn gelangt der Großteil der humanitären Hilfe für den Jemen in das Land.

Mit der Waffenruhe ist die Hoffnung auf eine Entspannung der dramatischen humanitären Lage in dem Land auf der Arabischen Halbinsel verbunden. Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg erlebt der Jemen den UN zufolge die schwerste humanitäre Krise der Welt. Millionen Menschen müssen hungern, 250.000 droht der Hungertod. Nach UN-Angaben wurden in dem Krieg bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP

Mehr zum Thema