Politik

Airbnb, Uber, Twitter & Co. US-Firmen fordern schärferes Waffenrecht

122980204.jpg

In den Vereinigten Staaten ist es immer noch relativ einfach, eine Waffe käuflich zu erwerben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wenige Wochen nach den Angriffen in El Paso und Dayton mit 31 Todesopfern ist die Debatte um strengere Waffen-Regulierungen abgekühlt. Im US-Senat wird ein entsprechender Vorstoß blockiert. Nun schalten sich einige mächtige Konzerne in die Debatte ein. Sie veröffentlichen einen klaren Appell.

Zahlreiche Konzernlenker haben den US-Senat in einem gemeinsamen Brief zu einer Verschärfung des Waffenrechts aufgefordert. "Nichts gegen Amerikas Waffengewaltskrise zu unternehmen, ist einfach inakzeptabel", schrieben die Chefs von 145 Firmen, darunter Levi Strauss, Uber, Twitter und Airbnb, in ihrem offenen Brief an führende Vertreter des US-Senats. Das Schreiben wurde von der "New York Times" veröffentlicht. Andere wichtige Unternehmen wie Google, Facebook und das Bankhaus JPMorgan beteiligten sich nicht.

In dem Brief hieß es, es sei nun "an der Zeit", dass sich die Unternehmen an die Seite der US-Öffentlichkeit stellten und mehr Sicherheit vor Waffengewalt forderten. Die Konzernchefs wiesen darauf hin, dass in den Vereinigten Staaten täglich hundert Menschen durch Schusswaffen getötet würden. Dies sei eine "Krise der öffentlichen Gesundheit, die dringendes Handeln erfordert". Waffengewalt könne vermieden werden, und der Senat könne und müsse dabei eine wichtige Rolle spielen.

Konkret werden die Senatoren in dem offenen Brief aufgefordert, ein Gesetz zu verabschieden, das bei jedem Waffenkauf eine Überprüfung des Käufers vorsieht. Ein solches Gesetz wurde bereits im US-Repräsentantenhaus beschlossen, vom Senat, der von den Republikanern beherrscht wird, wird es jedoch blockiert.

Trump versteht sich gut mit Waffenlobby

*Datenschutz

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hatte erklärt, er werde ein Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts nur zur Abstimmung bringen, wenn es vom Präsidenten unterstützt werde. US-Präsident Donald Trump, der wiederholt als Freund der mächtigen Waffenlobby NRA in Erscheinung trat, hat dazu aber nicht klar Stellung bezogen.

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf McConnell vor, mit seiner Verzögerungstaktik Menschenleben zu gefährden. Wäre das Gesetz bereits in Kraft getreten, hätten zahlreiche Leben gerettet werden können, sagte sie in Washington.

Ende vergangenen Monats hatte ein vorbestrafter Schütze in Odessa im US-Bundesstaat Texas scheinbar wahllos das Feuer eröffnet und sieben Menschen getötet. Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren Blutbäder angerichtet - insgesamt wurden dabei 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Gewaltverbrechen führten zu erneuten Debatten über das Waffenrecht in den USA und dessen Reform.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema