Politik

Auswärtiges Amt sehr beunruhigt US-Flugzeugträger in Persischen Golf verlegt

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Der US-Flugzeugträger "USS Nimitz" kehrt zurück in den Persischen Golf.

(Foto: AP)

Das tödliche Attentat auf einen iranischen Atomphysiker löst in Berlin gesteigerte Sorge aus: Das Auswärtige Amt fürchtet eine Eskalation im Streit zwischen den USA, Israel und Iran. Dazu passt, dass Washington einen Flugzeugträger in den Persischen Golf zurückbeordert - als Abschreckung.

Das Auswärtige Amt hat nach einem tödlichen Angriff auf einen iranischen Atomwissenschaftler Besonnenheit angemahnt. Man rufe "alle Beteiligten eindringlich auf, von Schritten abzusehen, die zu einer weiteren Eskalation der Lage führen könnten", teilte das Amt den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf mögliche Verhandlungen zu Irans Atomprogramm mit. "Wir sind sehr beunruhigt über die Meldungen aus Iran", betonte eine Sprecherin.

Zwar habe man noch keine eigenen Erkenntnisse zu dem Vorfall, klar sei aber, "dass die Tötung von Mohsen Fachrisadeh die Lage in der Region erneut zuspitzt - in einer Zeit, in der wir gerade eine solche Eskalation überhaupt nicht gebrauchen können". Irans Außenminister Dschawad Sarif hatte auf Twitter insbesondere die Europäer aufgerufen, "ihre beschämenden Doppelstandards aufzugeben und diesen Akt des Staatsterrors zu verurteilen". Darauf ging das Auswärtige Amt nicht ein.

Inmitten erneut verschärfter Spannungen mit dem Iran kehrt der US-Flugzeugträger "USS Nimitz" zurück in den Persischen Golf. Das berichtete CNN unter Berufung auf einen Offiziellen des Verteidigungsministeriums. Das Kriegsschiff war erst im November zu Übungen mit der indischen Marine Richtung Indien abgezogen worden.

Die Rückverlegung sei jedoch keine Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen um die Ermordung des iranischen Top-Atomwissenschaftlers, hieß es weiter. Offiziell wird die Verlegung des Flugzeugträgers damit begründet, Unterstützung für den Truppenabzug aus dem Irak zu liefern. Die Entscheidung dazu sei bereits vor dem Attentat auf den Wissenschaftler gefallen. Zugleich sei sie aber aktuell auch als Abschreckung gegenüber dem Regime in Teheran gedacht.

"Vater des iranischen Atomprogramms"

Mohsen Fachrisadeh war am Freitag nach Angaben der iranischen Regierung in seinem Auto angeschossen und so schwer verletzt worden, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Der Iran macht Israel und die USA für den Mordanschlag verantwortlich.

US-Präsident Donald Trump hatte ein internationales Abkommen mit dem Iran über das iranische Atomprogramm aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängt. Iranische Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der abgewählten Regierung Trumps, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington unter Trumps designiertem Nachfolger Joe Biden zu torpedieren.

Wer hinter dem tödlichen Angriff steckt, ist noch unklar. Laut der "New York Times" bestätigten ein US-Beamter und zwei weitere Geheimdienstmitarbeiter inzwischen, dass Israel hinter dem Angriff stehe. Sie nannten allerdings keine weiteren Details oder Belege dafür. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte den Wissenschaftler einst den Vater des iranischen Atomprogramms.

Quelle: ntv.de, mau/AFP