Politik

Hochrangiger Atomexperte getötet Iran gibt Israel Schuld an Attentat

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Am Anschlagsort liegen überall die Trümmer. Der Atom-Experte wurde in seinem Wagen durch Schüsse schwer verletzt und starb später.

(Foto: AP)

Im Iran kommt der von einigen Staaten als Kopf des Atomprogramm eingestufte Mohsen Fachrisadeh bei einem Anschlag ums Leben. Teheran nennt in einem Schreiben an die UN die aus seiner Sicht Verantwortlichen. In den USA verurteilt derweil ein ehemaliger CIA-Chef das Attentat.

Nach dem tödlichen Attentat auf einen prominenten iranischen Atomwissenschaftler gibt die Regierung in Teheran Israel dafür die Schuld. Es gebe "schwerwiegende Hinweise" dafür, dass Israel für die Tötung von Mohsen Fachrisadeh verantwortlich sei, heißt es in einem Schreiben des iranischen UN-Botschafters Madschid Tacht Rawanchi an UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Darin warnt er zugleich die USA und Israel vor "Abenteueraktionen" in der verbleibenden Amtszeit des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump. Der Iran werde "alle notwendigen Maßnahmen" zu seiner Verteidigung ergreifen, unterstrich Rawanchi.

Fachrisadeh war staatlichen iranischen Medien zufolge nach einem Angriff auf sein Auto seinen Verletzungen erlegen. Bei westlichen Staaten und in Israel sowie bei im Exil lebenden Gegnern der iranischen Führung stand der Wissenschaftler im Verdacht, der Architekt eines verdeckten Atomwaffenprogramms gewesen zu sein, das nach Darstellung der Regierung in Teheran 2003 eingestellt wurde. Die USA und Israel dagegen gehen davon aus, dass der Iran das Programm fortzusetzen.

Ex-CIA-Chef verurteilt Attentat

Unterdessen hat der frühere CIA-Chef John Brennan das tödliche Attentat auf den prominenten iranischen Atomforscher Mohsen Fachrisadeh scharf verurteilt. Es handele sich dabei um einen "kriminellen Akt und ein höchst rücksichtsloses" Vorgehen, twitterte er.

"Ich weiß nicht, ob eine ausländische Regierung die Ermordung Fachrisadehs angeordnet oder ausgeführt hat", schrieb Brennan mit Blick auf die Vorwürfe der iranischen Regierung. "Ein solcher Akt von staatlich gefördertem Terrorismus wäre eine eklatante Verletzung des Völkerrechts und würde weitere Regierungen dazu ermutigen, tödliche Attacken gegen ausländische Regierungsbeamte auszuführen."

Fachrisadeh sei nicht auf Terrorlisten geführt worden oder Mitglied der Terrormiliz Al-Kaida oder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, betonte Brennan. Wer auf solchen Listen geführt werde, sei ein legitimes Ziel tödlicher Anschläge.

Mit der Tötung Fachrisadehs riskierten die Verantwortlichen "tödliche Vergeltung" und "eine neue Runde regionaler Konflikte", kritisierte Brennan weiter. Der als scharfer Kritiker des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump geltende Ex-CIA-Chef appellierte an die Regierung in Teheran, "dem Verlangen auf Vergeltung zu widerstehen".

Brennan war von 2013 bis 2017 Direktor der CIA - er diente also unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und dessen damaligem Vize Biden. Teil von Bidens Wahlkampfteam war Brennan nicht. Diese Woche hatte der künftige Präsident jedoch bekannt gegeben, dass nach seinem Amtsantritt Brennans frühere Stellvertreterin Avril Haines Geheimdienstdirektorin werden soll.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts