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Wenige Wochen vor Gipfeltreffen US-Geheimdienste zweifeln an Nordkoreas Abrüstung

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Geheimdienstkoordinator Daniel Coats (M) im US-Senat.

(Foto: AP)

Trotz der Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und Nordkorea halten es die US-Geheimdienste für "unwahrscheinlich", dass Pjöngjang sein komplettes Atomarsenal abschafft. Denn die Waffen seien für das Weiterbestehen der nordkoreanischen Führung zu wichtig.

Wenige Wochen vor einem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat der US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats eine vollständige atomare Abrüstung Nordkoreas bezweifelt. "Wir gehen im Moment davon aus, dass Nordkorea versuchen wird, Massenvernichtungswaffen zu behalten, und es ist unwahrscheinlich, dass sie ihre nuklearen Waffen und Produktionskapazitäten komplett aufgeben werden", sagte Coats vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Der Hintergrund sei, dass die nordkoreanische Führung den Besitz von Massenvernichtungswaffen als Lebensversicherung für den Bestand der kommunistischen Staatsform ansehe. Die Verhandlungen mit den USA wertet Coats als Teil von Nordkoreas Bestrebungen, den US-Druck auf das Land abzumildern. Ferner werde das Land wohl weiterhin versuchen, die internationalen Sanktionen zu unterlaufen.

Kim hatte bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Juni in Singapur die "vollständige Denuklearisierung" seines Landes zugesagt. Details wie der Zeitplan oder die Kontrollmaßnahmen für den Abrüstungsprozess wurden damals aber nicht vereinbart, weshalb seither die Verhandlungen beider Länder weiterlaufen.

Erst kürzlich hatte Trump Nordkorea für einen "sehr guten Dialog" gelobt. Zudem hatte er es als Erfolg bezeichnet, dass Nordkorea für mehrere Monate keine Atomtests vorgenommen hatte und einen Teil seiner Atomeinrichtungen vernichtet hatte. Der US-Präsident hatte angekündigt, dass es "Ende Februar" zu einem weiteren Treffen mit Kim kommen solle. Jedoch wurden bisher weder der genaue Termin noch der Ort für den Gipfel bekannt gegeben.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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