Politik

"Für freien Indopazifik" US-Kriegsschiff fährt durch Straße von Taiwan

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Der US-Zerstörer USS Milius.

(Foto: REUTERS)

Das Kräftemessen zwischen den USA und China im Indopazifik ist um ein Kapitel reicher: Abermals durchfährt ein US-amerikanisches Kriegsschiff die Meeresstraße zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan. In Peking dürfte die Aktion die Gemüter weiter erhitzen.

Gut eine Woche nach dem Video-Gespräch von US-Präsident Joe Biden mit Chinas Staatschef Xi Jinping hat erneut ein US-Kriegsschiff die Meeresstraße zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland durchfahren. Die Routinepassage des Zerstörers USS Milius "zeigt das Engagement der USA für einen freien und offenen Indopazifik", erklärte das US-Militär. Laut einer Zählung internationaler Experten war es die elfte Durchfahrt eines US-Schiffes in diesem Jahr.

Kriegsschiffe der USA und ihrer Verbündeten führen regelmäßig Übungen in der Meerenge durch, was oft wütende Reaktionen in Peking auslöst. China sieht Taiwan und die umliegenden Gewässer als sein Hoheitsgebiet an. Die USA und viele andere Länder betrachten die Route als internationale Gewässer, die allen offenstehen.

Taiwan gehört zu den größten Konfliktthemen zwischen China und den USA. Die Regierung in Peking betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz, die notfalls auch mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Die USA stellten sich zuletzt demonstrativ hinter die Regierung in Taipeh.

Xi warnte vor "Spiel mit dem Feuer"

Biden sieht das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als größte geopolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts an und will der Regierung in Peking entschieden entgegentreten. Xi warnte Biden seinerseits vor einem "Spiel mit dem Feuer" in der Taiwan-Frage.

Im Streit über den Unabhängigkeitsanspruch Taiwans hatte China zuletzt seine diplomatischen Beziehungen zu Litauen herabgestuft. Das Außenministerium in Peking teilte dazu mit, es werde keinen Botschafter mehr in die baltische Nation entsenden. Stattdessen werde China seine diplomatische Vertretung in Litauen künftig durch einen Geschäftsträger unterhalb der Botschafterebene regeln lassen.

Seinen bisherigen Botschafter hatte China im August abgezogen. Die Volksrepublik liegt mit dem EU-Mitgliedsstaat Litauen im Streit über dessen Entscheidung, seine Beziehungen zur Inselrepublik Taiwan aufzuwerten. Taiwan hatte am vergangenen Donnerstag eine Landesvertretung unter eigenem Namen in Litauen eröffnet, nachdem beide Staaten diesen Schritt zum Ärger Chinas im Juli angekündigt hatten.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP/dpa

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