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"Glaube nicht, dass er tot ist" US-Militär: Al-Baghdadi versteckt sich

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Seit 2010 führt der untergetauchte Abu Bakr Al-Baghdadi den sogenannten Islamischen Staat an.

(Foto: AP)

Er ist ein Phantom: Abu Bakr Al-Baghdadi, der Kopf des sogenannten Islamischen Staates, wurde schon mehrfach für tot erklärt. Jetzt äußert sich der US-Anführer der Anti-IS-Koalition dazu. Er nennt auch einen möglichen Aufenthaltsort.

Abu Bakr Al-Baghdadi, der Anführer des sogenannten Islamischen Staates, wurde schon oft totgesagt. Mitte Juni hatte die russische Armee versucht, seinen Tod zu beweisen. Ende Juni meldete der Iran, der Top-Terrorist sei "definitiv" ums Leben gekommen. Im Juli verkündete dies die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die USA dagegen wollten dies nicht bestätigen.

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Irakische Truppen nehmen Tal Afar ein.

(Foto: imago/UPI Photo)

Jetzt berichten mehrere Medien unter Berufung auf einen hohen US-Militär, dass Al-Baghdadi möglicherweise noch am Leben sei. Laut dem britischen "Guardian" glaubt Stephen Townsend, Kommandant der Anti-IS-Koalition im Irak, nicht daran, dass Al-Baghdadi bereits tot ist. Nach ihm werde jeden Tag gesucht. Er bleibe aber schwer zu fassen, heißt es. Demnach könnte sich der Terrorist in der Grenzregion zwischen Syrien und dem Irak verstecken.

Dem "Guardian" zufolge sagte Townsend: "Ich habe keinen überzeugenden Beweis, keine geheimdienstliche Information, offene Quelle oder ein anderes Gerücht oder irgendetwas dafür gefunden, dass er tot ist … Außerdem gibt es auch Indikatoren dafür, dass er immer noch lebt."

"Wenn wir ihn finden, werden wir versuchen ihn zu töten"

US-Außenminister Rex Tillerson hatte noch im März mitgeteilt, er erwarte, dass im Zuge der Offensive gegen die Dschihadisten im Irak und Syrien früher oder später der IS-Anführer getötet wird. Auch Townsend spricht davon, dass Al-Baghadadi wohl im Anti-Terror-Kampf sterben werde. "Wenn wir ihn finden, denke ich, dann werden wir versuchen ihn zu töten. Es ist den Ärger möglicherweise nicht wert, ihn gefangen zu nehmen", sagt er.

Bisher ist das offenbar noch nicht passiert - auch wenn die Anti-IS-Koalition Fortschritte macht. So erklärte der irakische Premierminister Haider al-Abadi den Sieg über den IS in Tal Afar. Die Stadt war nach Mossul zum nächsten Ziel im US-unterstützen Kampf gegen den IS geworden. Aber die Islamisten kontrollieren immer noch die Grenzregion zwischen Syrien und dem Irak. Dorthin könnte sich Al-Baghdadi zurückgezogen haben, vermutet die Koalition.

Al-Baghdadi hatte sich 2014 zum Nachfolger des Propheten Mohamed ernannt und ein Kalifat ausgerufen, das sich über Teile des Iraks und Syriens erstreckt. Seit 2010 ist er Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat. Die USA haben auf seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Quelle: ntv.de, ihe