Politik

Explosionen vor Öl-Insel ChargUS-Militär: Haben fünf iranische Tanker "zerstört"

09.09.2026, 00:08 Uhr
00:00 / 02:36
617512120
Handelsschiffe liegen in der Straße von Hormus vor Anker. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mit einer Seeblockade in der Straße von Hormus wollen die USA die iranischen Ölexporte unterbinden. Erneut greift das US-Militär Tanker der Revolutionsgarden an. Iranische Medien berichten von Explosionen nahe der Öl-Insel Charg.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker angegriffen und "zerstört". Die Besatzungsmitglieder seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Öltanker könnten nicht mehr genutzt werden. Ein dazu veröffentlichter Videoclip des US-Militärs schien Raketenangriffe im Bereich der Maschinenräume der Tanker zu zeigen.

Der Vergeltungsschlag sei erfolgt, nachdem die Iranischen Revolutionsgarden in den vergangenen zwei Tagen zwei Mal ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen angegriffen hätten, teilte Centcom weiter mit. Das Kriegsschiff habe den Angriffen ausweichen können, US-Amerikaner seien nicht verletzt worden, hieß es. Bereits zuvor hatten US-Medien über die neuen Angriffe auf Öltanker berichtet.

Schlag gegen Schattennetzwerk der Revolutionsgarden

Bei den Attacken habe das US-Militär die Tanker "M/T Kaviz", "M/T Charminar", "M/T Horizon 1" und "M/T Riesco" im Golf von Oman zerstört. Nahe der Insel Charg sei zudem das Schiff "M/T Derya" angegriffen worden, hieß es weiter. Centcom begründete die Angriffe damit, dass die Tanker "Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks" gewesen seien, durch das sich die Iranischen Revolutionsgarden finanzierten.

Nach Angaben des US-Senders Fox News sind die Angriffe auf die Tanker Teil der US-Bemühungen, den Iran wirtschaftlich zu isolieren. Der Iran ist stark von seinen Einnahmen aus dem Ölexport abhängig. Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. 

Zuvor hatten iranische Medien am Abend mehrere Explosionen vor der Insel Charg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Charg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. 

Medienberichten zufolge griff der Iran am Abend US-Militärstützpunkte in Jordanien mit einer "Welle an Raketen" an. Wie unter anderem der regierungstreue Sender Press TV in der Nacht auf Telegram meldete, handelte es sich um Vergeltungsschläge nach den US-Angriffen auf die Öltanker. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es mehrere Explosionen auf zwei US-Stützpunkten in Jordanien. Die Berichte ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Das US-Militär und die jordanischen Behörden machten dazu zunächst keine Angaben.

Seeblockade in der Straße von Hormus

Die Insel Charg ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg (1980-1988) war Charg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen. 

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. 

Quelle: ntv.de, mau/dpa

Iran-KriegUS-MilitärIranIran-Konflikt