Politik

Bauteile aus China US-Ministerium stellt Drohnen auf Prüfstand

AP_18248183354299.jpg

DJI setzt alles daran, dass seine Drohnen bald wieder in den USA eingesetzt werden.

(Foto: Huang zhengwei - Imaginechina)

Das US-amerikanische Innenministerium verfügt über mehr als 800 Drohnen, die etwa bei Waldbränden oder der Inspektion von Dämmen eingesetzt werden. Die Mehrzahl bleibt jedoch vorerst am Boden. Der Grund: Sie haben eine Verbindung nach China und könnten sensible Daten weitergeben.

In China gebaute Drohnen werden nach Informationen des führenden Herstellers DJI vom US-Innenministerium zu einem großen Teil bis auf weiteres nicht mehr genutzt. Das Unternehmen teilte mit, es wisse von Berichten, wonach das Ministerium angeordnet habe, dass alle seine ferngesteuerten Fluggeräte, die in China produziert oder in denen chinesische Teile verbaut seien, am Boden bleiben müssten.

Ausgenommen seien den Berichten zufolge lediglich Drohnen, die für Notfall-Einsätze und für die öffentliche Sicherheit eingesetzt würden. Das Ministerium habe die Maßnahme damit begründet, dass es sein gesamtes Drohnenprogramm auf den Prüfstand stelle.

Wie die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, sind mehr als 800 Drohnen aus China beziehungsweise mit chinesischen Bauteilen im Besitz des Ministeriums. Sie würden etwa zur Bekämpfung von Waldbränden, der Beobachtung gefährdeter Arten und der Inspektionen von Dämmen genutzt. US-Staatsbedienstete hätten demnach die Sorge, dass die Fluggeräte Informationen über kritische Infrastruktur an die chinesische Regierung oder Hacker übermitteln könnten, um Cyberattacken oder andere Angriffe zu vollziehen.

Firma will bei Aufklärung helfen

Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte, China hoffe, dass die US-Regierung aufhören werde, "das Konzept der Nationalen Sicherheit zu missbrauchen". Chinesische Firmen dürften nicht diskriminiert werden. Die USA und China hatten sich zuletzt in ihrem mehr als einem Jahr schwelenden Handelsstreit angenähert.

DJI bot dem Ministerium eine Zusammenarbeit bei der Prüfung der Drohnen an, schreibt das "Wall Street Journal". Das Unternehmen habe mitgeteilt, dass jeder Nutzer selbst entscheiden könne, ob Daten an die Firma weitergegeben werden oder ob sich das Gerät mit dem Internet verbinden soll. Die chinesische Regierung habe zudem nie die Herausgabe derartiger Daten verlangt.

Quelle: ntv.de, fzö/rts