Politik

US-Präsident droht VerbündetenTrump: Könnte Partner bei Sicherung der Straße von Hormus alleine lassen

18.03.2026, 16:19 Uhr
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Der US-Präsident hatte den Verbündeten mangels Hilfszusagen einen "sehr dummen Fehler" attestiert. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

US-Präsident Trump fordert von den Nato-Verbündeten Hilfe in der Straße von Hormus und kassiert Absagen. Darauf reagiert er wütend: Die Haltung von Deutschland und anderen Ländern sei "sehr schockierend". Jetzt legt er in seinem Onlinedienst Truth Social nach.

US-Präsident Donald Trump hat den Verbündeten gedroht, sie mit der Absicherung der Straße von Hormus alleine zu lassen. Er schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, er könne die Länder, welche die Meerenge für den Schiffsverkehr nutzten, selbst eine Lösung finden lassen. Er reagierte damit auf die Weigerung Deutschlands und zahlreicher anderer Länder, die USA militärisch in dem Seegebiet zu unterstützen.

"Ich frage mich, was passieren würde, wenn wir den Rest des iranischen Terrorstaates 'fertigmachen' und die Länder, die (die Straße von Hormus) nutzen - wir tun es nicht - für die sogenannte 'Straße' verantwortlich sein lassen würden?", schrieb Trump. "Das würde einige unserer reaktionsschwachen 'Verbündeten' auf Trab bringen, und zwar schnell!!!"

Der US-Präsident hatte den Partnern am Dienstag mangels Hilfszusagen einen "sehr dummen Fehler" attestiert und die Haltung von Deutschland und anderen Ländern "sehr schockierend" genannt. Zugleich schrieb er auf Truth Social, die USA bräuchten die Unterstützung der Verbündeten gar nicht.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Dies ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Nach den Worten von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sind die Vereinigten Staaten von Amerika nicht auf die Straße von Hormus zur Sicherung der eigenen Energieversorgung angewiesen. "Wir wollen, dass die Straße offen für den weltweiten Ölmarkt ist, damit Preise stabilisiert werden und wieder sinken", sagte sie dem US-Sender Fox News.

Sie erinnerte daran, dass die USA Nettoexporteur von Öl seien. Tatsächlich profitiert die US-Wirtschaft zwar von der aktuellen Entwicklung. Diese ist robuster als etwa Europa gegenüber hohen Energiepreisen. Dies schützt das Land jedoch nicht vor marktbedingten Preissteigerungen im Inland: Da Öl an internationalen Börsen gehandelt wird, schlagen die globalen Preissprünge dennoch direkt auf die US-Verbraucher durch.

Leavitt zufolge stehen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio weiterhin im Austausch mit europäischen und arabischen Verbündeten, um sie stärker bei der Sicherung der Meerenge südlich des Irans einzubinden. "Dies liegt mehr in ihrem Interesse als im Interesse der Vereinigten Staaten", sagte sie weiter.

Quelle: ntv.de, are/AFP/dpa

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