Politik

Ein Monat nach Parkland-Massaker US-Schüler streiken gegen Waffengewalt

17 Minuten Auszeit vom Unterricht, eine Minute für jedes Parkland-Opfer: Schüler in den USA gedenken der Toten des Amoklaufs vor einem Monat. Die Rufe der Demonstranten erreichen auch das Weiße Haus. Und die nächsten Proteste sind schon geplant.

In den USA haben Schüler an die Opfer des Massakers von Florida vor einem Monat erinnert und gegen Waffengewalt protestiert. In zahlreichen Schulen im ganzen Land stand ab 10 Uhr Ostküstenzeit (15 Uhr MEZ) der Unterricht 17 Minuten lang still. Schüler und Lehrer verließen die Klassenräume, um der 17 Toten zu gedenken.

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Mit 7000 Schuhpaaren vor dem US-Kapitol gedenken Aktivisten an getötete Kinder.

(Foto: imago/MediaPunch)

Auch vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich Tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie wandten sich mit Plakaten gegen die Waffenlobby NRA und stimmten Sprechchöre mit der Forderung "Wir wollen Veränderung" ("We want change") an.

Auf einem Rasen am US-Kongress in Washington stellten Aktivisten 7000 Paar Schuhe auf - in Gedenken an die seit dem Schulmassaker von Newtown 2012 in den USA erschossenen Kinder. Laut einem Bericht des US-Kinderärzteverbandes werden in den USA jedes Jahr fast 1300 Kinder erschossen.

Weitere Proteste geplant

In Parkland, wo ein 19-Jähriger in der Marjory Stoneman Douglas High School am 14. Februar 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen hatte, versammelten sich Schüler auf einem Sportplatz. Nach dem Blutbad hatte sich hier eine lautstarke Protestbewegung formiert. Mehrere engagierte Überlebende aus Florida erhoben dabei in den Medien und bei diversen Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken der Politiker zu fordern.

Zusätzlich zu den Ausständen haben die betroffenen Schüler aus Florida für den 24. März einen "Marsch für unser Leben" in Washington geplant. Zehntausende Teilnehmer werden dazu erwartet, in den ganzen USA sollen zudem Ableger-Märsche stattfinden. Auch für den 20. April, den Jahrestag des Amoklaufs an der Columbine Highschool in Colorado 1999, sind Protestaktionen geplant.

Waffenausbildung statt Gesetzesverschärfungen

In Florida zeigten die Proteste bereits Wirkung. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am vergangenen Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

In Washington brachten die Proteste bislang hingegen keine konkreten Ergebnisse hervor. Präsident Donald Trump sprach sich zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen wie eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf aus, rückte dann aber wieder davon ab. Seine Regierung legt in einem vor einigen Tagen vorgelegten Plan den Schwerpunkt stattdessen auf die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe - ein Vorhaben, das von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt wird.

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa/AFP

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