Politik

Aktienverkäufe vor Corona-Crash US-Senator tritt wegen FBI-Ermittlungen ab

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Richard Burr machte sich mit plötzlichen Aktienverkäufen verdächtig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hatte Richard Burr Insiderwissen? Gegen den einflussreichen US-Senator ermittelt nun das FBI. Dem Republikaner wird vorgeworfen, Aktien im Wert von 1,7 Millionen Dollar rechtzeitig vor dem Corona-Crash verkauft zu haben - dank besonderer Informationen.

In den USA tritt der Vorsitzende des mächtigen Geheimdienstausschusses im Senat, der Republikaner Richard Burr, wegen des Vorwurfs von Insider-Aktiengeschäften im Zusammenhang mit der Corona-Krise zurück. Burr lege sein Amt vorübergehend nieder, erklärte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, nachdem das FBI das Handy von Senator Burr beschlagnahmt hatte. Der 64-Jährige hatte kurz vor der Eskalation der Corona-Pandemie in großem Maße Aktien verkauft.

Das FBI ermittelt nun, ob der Senator bei seinem Aktienverkauf Insider-Wissen nutzte. FBI-Beamte hätten außerdem auf seine persönlichen Daten auf seinem iCloud-Konto zugegriffen, berichtete die "Los Angeles Times". "Wir waren uns einig, dass diese Entscheidung im besten Interesse des Ausschusses liegt", sagte McConnell zu Burrs vorübergehendem Rückzug während der laufenden Ermittlungen.

Der Vorgang schlägt nicht nur wegen des mutmaßlichen Insider-Handels hohe Wellen. Er lässt zudem vermuten, dass hochrangige US-Politiker sehr viel früher über das drohende Ausmaß der Coronavirus-Pandemie informiert gewesen sein könnten als bislang angenommen.

Burr beteuert seine Unschuld

Burr wurde in seiner Position als Vorsitzender des Geheimdienstausschusses von Geheimdiensten regelmäßig über Gefahren für die USA informiert. Am 13. Februar hatte er Aktien im Wert von 1,7 Millionen Dollar verkauft - ein Großteil seines Portfolios wie die "New York Times" berichtete. Das war einige Tage, bevor das Coronavirus die Börsen auf Talfahrt schickte. Burr beteuert, er habe seine Aktienentscheidungen einzig und allein auf Grundlage öffentlich verfügbarer Informationen getroffen.

Der Senator aus dem Bundesstaat North Carolina hatte Anfang Februar noch in einem Gastbeitrag in einer Zeitung verkündet: Die USA seien "besser als je zuvor" auf eine mögliche Epidemie vorbereitet. Regierung und Kongress hätten alle nötigen Weichen gestellt. Zum Zeitpunkt seiner Aktiengeschäfte kurze darauf gab es in den USA nur rund ein Dutzend registrierte Infektionsfälle und Präsident Donald Trump versicherte öffentlich, für die USA bestehe kein größeres Risiko.

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Nur wenige Wochen später hatte Burr offenbar seine Meinung geändert, was er bei einer privaten Veranstaltung mit wohlhabenden Spendern Ende Februar kundtat: Das neuartige Coronavirus stelle eine ähnliche Bedrohung wie die Spanische Grippe von 1918 dar, die Millionen Menschen dahinraffte. "Es gibt eine Sache, die ich Ihnen dazu sagen kann: Es ist in seiner Übertragung viel aggressiver als alles, was wir in der jüngsten Geschichte gesehen haben", soll Burr demnach gesagt haben.

Auch andere Senatoren wie Kelly Loeffler aus dem Bundesstaat Georgia, mussten sich wegen Aktienverkäufen vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA kritischen Fragen stellen. Sie wiesen jede Schuld zurück.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/AFP