Politik

Corona-Fälle im Umfeld US-Vizekandidatin stoppt Wahlkampfreisen

Bei der Anhörung der Kandidatin Amy Coney Barrett für den Supreme Court war die Demokratin Harris bereits lediglich per Videoschalte dabei.

Bei der Anhörung der Kandidatin Amy Coney Barrett für den Supreme Court war die Demokratin Harris lediglich per Videoschalte dabei.

(Foto: AP)

Es sei nur eine vorübergehende Vorsichtsmaßnahme. Weil Personen in ihrem Umfeld positiv getestet wurden, setzt die Demokratin und US-Vizepräsidentschaftskandidatin Harris auf Online-Auftritte. Ihre Vorsicht ist auch ein Zeichen gegen Trump.

Die demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris setzt nach zwei Corona-Fällen in ihrem Umfeld ihre Wahlkampfreisen vorübergehend aus. Das sei lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, betonte ihr Wahlkampfteam. Das erklärte nun, Harris' Kommunikationsdirektorin Liz Allen und ein Mitglied einer Flugzeugbesatzung seien positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Harris sei mit ihnen am 8. Oktober unterwegs gewesen. Dabei hätten aber alle N95-Masken benutzt, die auch den Träger schützen sollen. Harris müsse nach Vorgabe der US-Gesundheitsbehörde CDC nicht in Quarantäne gehen, weil sie nicht in unmittelbarer Nähe der Infizierten binnen zwei Tagen vor deren positiven Tests gewesen sei, hieß es.

Dennoch werde sie bis Ende der Woche auf Reisen verzichten und sich auf Online-Events beschränken. Harris hatte am Dienstag und Mittwoch an der Anhörung der Kandidatin für das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, als Vorsichtsmaßnahme von ihrem Büro aus statt im Sitzungssaal teilgenommen.

Gegner vorsichtiger in Pandemie als Trump

Biden und Harris fahren in der Corona-Krise einen vorsichtigen Kurs. Sie setzen sich damit bewusst von Präsident Donald Trump ab, der nach seiner Corona-Infektion wieder Wahlkampfauftritte vor Tausenden Anhängern abhält, von denen die meisten keine Masken tragen.

Biden liegt knapp drei Wochen in Umfragen teils deutlich vor Trump - sowohl in landesweiten Erhebungen als auch in Umfragen in besonders umkämpften Bundesstaaten. In den USA ist die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt wieder deutlich angestiegen. In dem Land wurden bereits mehr als 7,9 Mio. Infektionen bestätigt, mehr als 216.000 Menschen starben. Das sind die höchsten Zahlen weltweit. US-Experten zeigen sich besorgt, dass es nicht gelingt, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bekommen, zumal die Grippesaison beginnt.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP/dpa