Politik

Moskaus Hilfe für Assad USA: Russische Raketen schlagen im Iran ein

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Ein russischer Marschflugkörper, der am 7. Oktober von einem Schiff im Kaspischen Meer abgeschossen wird.

(Foto: AP)

Laut der US-Regierung sollen vier von der russischen Marine nach Syrien abgefeuerte Marschflugkörper im Iran niedergegangen sein. Moskau dementiert den Bericht.

Vier von der russischen Marine nach Syrien abgefeuerte Marschflugkörper sind nach US-Darstellung im Iran niedergegangen. Die Geschosse seien am Mittwoch im Iran eingeschlagen, bestätigte ein Vertreter der US-Regierung einen Bericht des Fernsehsenders CNN. Russland dementierte die Angaben. "Alle Geschosse haben ihr Ziel getroffen", erklärte das Verteidigungsministerium.

Demgegenüber sagte der Vertreter der US-Regierung, dass die Geschosse - im Gegensatz zu früheren Angriffen - auf dem Weg nach Syrien nicht über den Iran hinweggeflogen, sondern dort zu Boden gegangen seien.

Keine Angaben machte der Vertreter der US-Regierung dazu, wo die Raketen einschlugen und ob es Tote oder Verletzte gab. Das russische Verteidigungsministerium wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

Zuvor hatten die USA Russland wegen der militärischen Alleingänge in Syrien kritisiert. Aus Sicht der USA setzt Russland dort das Leben eigener Soldaten aufs Spiel. "Ich rechne damit, dass die Russen in naher Zukunft erste Verluste in Syrien erleiden werden", sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter beim Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorfälle der vergangenen Tage.

Russland hatte vergangene Woche ohne Abstimmung mit der US-geführten Allianz mit Luftangriffen in Syrien begonnen. Die Türkei, die USA und ihre Bündnispartner beklagen, die Attacken träfen nicht nur den gemeinsamen Feind, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sondern auch vom Westen unterstützte, gemäßigte Rebellen. Zudem gehen die Interessen weit auseinander: Moskau stützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, während der Westen und viele andere Länder wollen, dass Assad die Macht abgibt.

Laut Militärexperten könnten russische Kampfflugzeuge von Allianzkräften als mögliche Bedrohung identifiziert und abgeschossen werden. Moskaus Vorgehen sei unberechenbar und habe für Russland zur Folge, dass es sich immer mehr von weiten Teilen der Welt isoliere, sagte Carter. "Solange Russland diese falsche Strategie weiter verfolgt, schließen wir eine Zusammenarbeit aus."

Quelle: ntv.de, ghö/AFP