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Wegen Iran-Krise USA beantragen Sitzung im UN-Sicherheitsrat

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Ein Brief des Iran an Generalsekretär Guterres wird an die Mitglieder des Sicherheitsrats weitergeleitet.

(Foto: dpa)

Die Entwicklungen im Konflikt mit dem Iran sollen auf Wunsch der USA im UN-Sicherheitsrat besprochen werden, und auch der Iran schildert der UN seine Sicht der Dinge. US-Präsident Trump signalisiert Teheran derweil Gesprächsbereitschaft - spricht aber auch mit dem Erzfeind des Iran.

Die Vereinigten Staaten haben nach ihrem gestoppten Angriff auf den Iran eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die Beratungen zu den "letzten Entwicklungen in Bezug auf den Iran" sollen am Montag hinter verschlossenen Türen stattfinden, verlautete aus Diplomatenkreisen.

Derweil signalisierte US-Präsident Donald Trump einem Fernsehreporter zufolge der Führung in Teheran Gesprächsbereitschaft. Er sei offen für Unterredungen mit dem geistlichen und staatlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei oder Präsident Hassan Ruhani, sagte Trump laut einem NBC-Journalisten, der ein Trump-Interview mit dem US-Fernsehsender verfolgte. Es gebe keine Vorbedingungen für Gespräche, habe der US-Präsident in dem Interview weiter gesagt.

Vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten sprach Trump allerdings auch mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Thema sei die Bedrohung durch das Verhalten der iranischen Regierung gewesen, teilte das Weiße Haus mit. Es sei außerdem um die "entscheidende Rolle Saudi-Arabiens" bei der Sicherung der Stabilität in der Region und im globalen Ölmarkt gegangen. Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA. Das sunnitische Königreich betrachtet den schiitischen Iran als seinen Erzfeind.

Iran wendet sich ebenfalls an UN

Auch der Iran will der UN seine Sicht der Dinge darlegen: Ein UN-Sprecher bestätigte, dass Generalsekretär Antonio Guterres einen Brief des Irans erhalten und an die Mitglieder des Sicherheitsrates weitergeleitet habe. In dem Schreiben beschreibt der iranische UN-Botschafter Majid Takht Ravanchi, dass die von Teheran abgeschossene US-Drohne in einer "eindeutigen Spionageoperation" unterwegs gewesen sei. Unter anderem waren demnach technische Vorrichtungen ausgeschaltet, um nicht identifizierbar zu sein.

Die iranische Seite habe mehrere Warnungen per Funk ausgesprochen, doch das unbemannte Flugzeug sei trotzdem in den Luftraum des Landes eingedrungen. Dies sei ein eklatanter Bruch internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen gewesen. Die USA dagegen besteht darauf, dass die Drohne über internationalem Gewässer geflogen sei, als sie abgeschossen wurde.

Nach steigenden Spannungen wegen der durch Teheran abgeschossenen US-Drohne hatte Trump einen geplanten Militärschlag gegen den Iran am Donnerstagabend eigenen Angaben zufolge kurzfristig doch noch abgeblasen. Die vom US-Militär erwarteten 150 Toten wären im Vergleich zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran "unverhältnismäßig" gewesen. 

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/rts

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