Politik

"Teil eines Terrornetzwerks"USA beschlagnahmen Tanker vor Venezuela

10.12.2025, 21:35 Uhr
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Der Einsatz vor der Küste Venezuelas wurde von der US-Küstenwache geleitet. (Foto: picture alliance/dpa/Zuma Press)

Seit Monaten üben die USA Druck auf Venezuela aus. Trotz Drohungen greift Washington bislang nicht in die Ölströme des Landes ein. Nun bringen die USA einen Tanker vor der Küste des südamerikanischen Landes unter ihre Kontrolle. "Und es passieren noch andere Dinge", sagt Präsident Trump.

Die USA haben in ihrem Konflikt mit Venezuela vor der Küste des südamerikanischen Landes einen Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Das bestätigte US-Präsident Donald Trump. Es handele sich um den "größten je beschlagnahmten Tanker", sagte er bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern im Weißen Haus vor laufenden Kameras. "Und es passieren noch andere Dinge", fügte er hinzu, ohne konkreter zu werden.

US-Justizministerin Pam Bondi ging später mehr ins Detail. Ihr zufolge war das Schiff Teil eines illegalen Netzwerks zum Transport von Öl zur Unterstützung von ausländischen Terrororganisationen. Der Tanker sei für den Transport von sanktioniertem Öl aus Venezuela und dem Iran genutzt worden, schrieb sie auf X. Der Öltanker stehe seit mehreren Jahren unter Sanktionen der Vereinigten Staaten, die Soldaten hätten nun einen Beschlagnahmebeschluss vollstreckt. Bondi veröffentlichte zugleich ein Video, das die Aktion zeigen soll. Darauf ist ein Tanker zu sehen, dem sich ein Hubschrauber nähert. Soldaten seilen sich dann auf das Deck des Tankers ab und sichern das Schiff mit gezückten Waffen. Von der Mannschaft ist nichts zu sehen. Wohin das Schiff unterwegs war und unter welcher Flagge es fuhr, war zunächst unklar.

In den vergangenen Monaten hatte das US-Militär vor allem Boote beschossen und zerstört, die angeblich Drogen transportierten. Trotz des Drucks hatte die US-Regierung bislang nicht in die Ölströme des Landes eingegriffen. Venezuela hat im vergangenen Monat mehr als 900.000 Barrel Öl pro Tag exportiert. Die Ölexporte sind die Haupteinnahmequelle Venezuelas.

Trump hatte mehrfach betont, dass er auch Einsätze an Land nicht ausschließt. Zuletzt hatte er im Interview des Nachrichtenportals "Politico" zur Frage nach einer amerikanischen Bodeninvasion in Venezuela erklärt, er wolle weder etwas bestätigen noch ausschließen.

Trump: Maduros Tage sind gezählt

Auch auf die Frage, wie weit er gehen würde, um den autoritären Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt zu drängen, wollte Trump nicht antworten. Er betonte aber: "Seine Tage sind gezählt." Der US-Präsident warf Maduro vor, das venezolanische Volk "furchtbar" zu behandeln.

Seit Wochen verschärft Trump den Ton und das Vorgehen gegenüber dem südamerikanischen Land. Die USA haben nicht nur zusätzliche Soldaten in der Karibik zusammengezogen und mehrere Kriegsschiffe in die Region verlegt, darunter den weltgrößten Flugzeugträger. Trump genehmigte auch verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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