Politik

Libanon, Ägypten und JordanienUSA setzen Ableger der Muslimbruderschaft auf Terrorliste

14.01.2026, 08:21 Uhr
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US-Außenminister Rubio will den Zweigstellen der Organisation die Ressourcen entziehen. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

Die Muslimbruderschaft besteht bereits seit über 100 Jahren. Aus ihrem palästinensischen Ableger ging die Hamas hervor. Die USA erklären drei regionale Ableger zu einer Bedrohung für ihre nationale Sicherheit. Aus Ägypten kommt Zustimmung.

Die USA haben drei Ableger der islamistischen Muslimbruderschaft im Libanon, in Jordanien und Ägypten auf ihre Terrorliste gesetzt. "Die Vereinigten Staaten werden alle verfügbaren Mittel einsetzen, um diese Zweigstellen der Muslimbruderschaft ihrer Ressourcen zu berauben, die sie für terroristische Aktivitäten oder deren Unterstützung benötigen", schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf X. Damit werden Vermögenswerte von Mitgliedern dieser Gruppen in den USA eingefroren. US-Bürger dürfen keine Geschäfte mit ihnen durchführen.

Rubio schrieb weiter, die Regionalorganisationen der Muslimbruderschaft stellten eine Bedrohung für die USA und ihre Partner dar. In einer Mitteilung des US-Finanzministeriums hieß es, die Gruppen würden sich als zivilgesellschaftliche Organisationen ausgeben, aber hinter den Kulissen offen und aktiv Terrorgruppen wie die Hamas unterstützen.

Ägypten begrüßte die US-Entscheidung. Von der extremistischen Ideologie der Gruppierung gehe Gefahr aus für die regionale und internationale Sicherheit und Stabilität. Die US-Entscheidung stimme mit Ägyptens Haltung überein, zitierten Medien die ägyptische Regierung. Ägypten leide wie andere Staaten in der Region seit Jahrzehnten unter den Verbrechen der Organisation.

Wichtige Oppositionsbewegung

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 vor rund 100 Jahren in Ägypten gegründet, wo sie trotz jahrzehntelanger Unterdrückung lange die wichtigste Oppositionsbewegung war. Nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Husni Mubarak gewann der zur Muslimbruderschaft gehörende Mohammed Mursi 2012 die erste demokratische Wahl in Ägypten. Er wurde ein Jahr später nach Massenprotesten vom Militär gestürzt.

Inzwischen ist die Muslimbruderschaft dort verboten und wird als Terrororganisation eingestuft. Ihr Ziel ist die Islamisierung der Gesellschaft. Jordanien hatte die Organisation im April verboten. Die Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg führte, entstand in den 1980er Jahren aus dem palästinensischen Ableger der Muslimbruderschaft.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

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