Politik

"Große Erwartungen" USA und Nordkorea verhandeln in Schweden

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Der nordkoreanische Gesandte Kim Myong Gil kam am Donnerstag in Schweden an.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Nach langer Pause sprechen die USA und Nordkorea wieder miteinander. In Schweden verhandeln sie über eine Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Selbst der Vertreter Pjöngjangs äußert sich optimistisch.

Die USA und Nordkorea haben in Stockholm nach monatelanger Pause ihre Atomgespräche wieder aufgenommen. Die schwedische Außenministerin Ann Linde schrieb auf Twitter, es sei ermutigend, dass sich Delegationen der beiden Länder momentan in Schweden befänden, um Gespräche auf Arbeitsebene zu führen. Dialog sei notwendig, um eine Entnuklearisierung und eine friedliche Lösung zu erreichen. Mit Entnuklearisierung ist eine atomare Abrüstung Nordkoreas gemeint.

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Der US-Sondergesandte Biegun (3.v.l.) führte bereits Vorgespräche im schwedischen Außenministerium.

(Foto: REUTERS)

Die beiden Delegationen trafen sich auf einer Insel in der schwedischen Hauptstadt, in unmittelbarer Nähe der nordkoreanischen Botschaft, wie ein Journalist von AFPTV beobachtete. Die Gespräche werden allerdings von einem erneuten Raketentest Pjöngjangs in der vergangenen Woche überschattet.

An dem Treffen nehmen der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Stephen Biegun, und der nordkoreanische Gesandte Kim Myong Gil teil. Der nordkoreanische Gesandte hatte sich vor seiner Abreise nach Schweden optimistisch gezeigt und "große Erwartungen" geäußert. Vermitteln soll der schwedische Sonderbeauftragte Kent Härstedt. Schweden spielt eine wichtige Rolle im Verhältnis zwischen den beiden Ländern, weil es im Gegensatz zu den USA offizielle diplomatische Verbindungen zu Nordkorea pflegt.

US-Außenminister Mike Pompeo zeigt sich zuversichtlich, dass bei den Gesprächen erste Fortschritte erzielt werden können. Der Austausch solle nach langer Pause die Grundlage für Verhandlungen "in den kommenden Wochen und Monaten" bilden, sagte er während eines Besuchs in Griechenland. Die USA hätten zu den Gesprächen eine Reihe von Ideen mitgebracht. Es sei daher zu hoffen, dass die Nordkoreaner mit gutem Willen und "dem Willen, Fortschritte zu machen" angereist seien, so Pompeo.

Raketentest als Zeichen der Stärke

Stockholm war schon im März 2018 Schauplatz von Gesprächen über die atomare Abrüstung Nordkoreas. Im Januar diesen Jahres hatte es in Vorbereitung einer Zusammenkunft zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ebenfalls ein Treffen in Schweden gegeben. Im Februar war ein Gipfeltreffen der beiden Staatschefs in Vietnam dann aber gescheitert. Beide konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung nicht einigen. Seitdem kommen die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea nicht von der Stelle. Im Juni dann hatten sich Trump und Kim bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze auf Verhandlungen auf Arbeitsebene geeinigt.

Nordkorea hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben eine neuartige U-Boot-Rakete (SLBM) vom Typ Pukguksong-3 getestet. Das international abgeschottete Land wollte damit Experten zufolge vor den Atomgesprächen Stärke demonstrieren.

Trumps Verhandlungsstrategie hat indes auch viele Kritiker, die argumentieren, Kim spiele dabei nur auf Zeit, um sein Atomwaffenarsenal zu verbessern. Der kürzlich von Trump entlassene nationale Sicherheitsberater John Bolton etwa hatte am Montag erklärt, Nordkorea werde trotz Gipfeltreffens und Verhandlungen sein Atomwaffenprogramm "nie freiwillig aufgeben". Nordkorea sei eine "gravierende und wachsende Bedrohung", sagte der als Hardliner bekannte Bolton.

Die USA und westliche Verbündete fordern eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine Einschränkung der Raketen- und Waffenprogramme des ostasiatischen Landes. Nordkorea verfügt Experten zufolge über erste Atomwaffen und treibt sein Programm zur Entwicklung ballistischer Raketen weiter voran.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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