Politik

Trump: Iran hat Fehler gemacht USA verurteilen "nicht provozierten Angriff"

Aussage steht gegen Aussage: Während die iranischen Revolutionsgarden den Abschuss einer Drohne anpreisen, die die Grenze des Landes verletzt haben soll, stellen die USA den Vorfall anders dar. Die "Global Hawk" habe sich im internationalen Luftraum befunden. Andere Angaben seien falsch.

Das US-Verteidigungsministerium in Washington hat den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran bestätigt. Die Überwachungsdrohne der Marine habe sich "im internationalen Luftraum" über der Straße von Hormus befunden, erklärte das Pentagon. In einer Erklärung hob das Verteidigungsministerium hervor: "Die iranischen Angaben, wonach das Fluggerät über dem Iran flog, sind falsch." Den Abschuss verurteilte die Behörde als "nicht provozierten Angriff". US-Präsident Donald Trump twitterte: "Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht."

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Der Iran hatte zuvor den Abschuss einer US-Drohne bekannt gegeben. Das unbemannte Fluggerät vom Typ "RQ-4A Global Hawk" beziehungsweise "MQ-4 Triton" habe den iranischen Luftraum verletzt. Der Anführer der mächtigen Revolutionsgarden (IRGC) im Iran verurteilte eine Grenzverletzung. General Hossein Salami hob nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim hervor: "Die Grenzen sind unsere rote Linie."

Er betonte, dass "wir keinen Krieg anstreben, aber wir sind bereit, auf jegliche Kriegserklärung zu antworten". Nach Angaben der IRGC war die US-Drohne bei Kuh-Mubarak in der Provinz Hormusgan in den iranischen Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Der Rüstungskonzern Northrop Grumman beschreibt auf seiner Website die "Triton" als ein unbemanntes Fluggerät zur Aufklärung, das mehr als 24 Stunden lang am Stück fliegen kann und eine Höhe von mehr als 16 Kilometern erreicht.

Das US-Militär bestätigte jüngst, dass der Iran vergangene Woche versucht hat, eine US-Drohne abzuschießen. Außerdem sei es den Huthi-Rebellen im Jemen Anfang Juni mit Unterstützung des Irans gelungen, eine von den USA eingesetzte Drohne zu zerstören.

Putin warnt vor Eskalation

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen drastisch verschärft. So machte Washington Teheran kürzlich für den Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich. Der Iran wies die Vorwürfe wiederholt zurück und erklärte, er sei für die Sicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich. Das US-Militär müsse den Persischen Golf verlassen. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman.

Der russische Präsident Wladimir Putin warnte indes vor einer Eskalation des Konflikts. "Die USA sagen, dass sie die Anwendung von Gewalt nicht ausschließen. Dies wäre eine Katastrophe für die Region", sagte er im russischen Fernsehen. In der Folge käme es zu einem "Aufflammen der Gewalt" und einem Anstieg der Flüchtlingszahlen, sagte Putin.

Rohöl (Brent)
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Der Preis für Öl stieg offensichtlich angesichts der neuen Spannungen im Laufe des Tages an - wie zuvor schon nach den Angriffen auf die Tanker. Gegen Mittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August in London 63,3 Dollar, ein Anstieg von 2,4 Prozent. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate legte um 2,8 Prozent zu.

Das US-Militär verstärkt derzeit seine Präsenz im Nahen Osten unter anderem durch Flugzeugträger und B-52-Bomber. Russland warf Washington in diesem Zusammenhang vor, einen Krieg provozieren zu wollen. US-Präsident Trump erklärte jedoch zuletzt, er wolle keinen Krieg mit dem Iran. Er erhöht den Druck auf das Land, um nach seiner einseitigen Aufkündigung des 2015 erzielten Atomabkommens eine wesentlich schärfere Vereinbarung durchzusetzen.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa/rts