Politik

Krankenhaus-Bombardierung in Kundus USA wollen Opfer entschädigen

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Das Krankenhaus nach der Bombardierung.

dpa

Ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wird von US-Flugzeugen bombardiert. Bei dem Angriff kommen 22 Menschen ums Leben, 37 weitere werden verletzt. Die USA sprechen von einem Versehen und wollen nun ihren Fehler wieder gutmachen - mit Geld.

Die USA wollen die Opfer des Angriffs auf das Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im nordafghanischen Kundus entschädigen. Ein Sprecher des Pentagons erklärte am Samstag in Washington, ein Schritt seien "Kondolenz-Zahlungen" für die zivilen Opfer und ihre Angehörigen. Zur möglichen Höhe machte er keine Angaben, sondern sprach lediglich von "angemessenen" Zahlungen in Abstimmung mit den Betroffenen. Darüber hinaus stellte der Pentagon-Sprecher auch Geld für den Wiederaufbau des Krankenhauses in Aussicht.

US-Präsident Barack Obama hatte sich kürzlich bei der Hilfsorganisation für die Bombardierung ihres Krankenhauses im entschuldigt. Zudem hatte Obama mit seinem afghanischen Kollegen Aschraf Ghani telefoniert und sich für eine "vollständige und transparente" Untersuchung der "versehentlichen" Bombardierung des Krankenhauses eingesetzt.

"Mehrere Zivilisten aus Versehen getroffen"

Nach US-Angaben erfolgte der Angriff auf Anforderung der afghanischen Streitkräfte, die unter Beschuss von Taliban-Kämpfern gestanden hätten. Dabei seien "mehrere Zivilisten aus Versehen getroffen" worden.

Zu dem Beschuss, bei dem vor einer Woche mindestens 22 Menschen getötet wurden, laufen bereits drei Untersuchungen - eine der US-Armee, eine der afghanischen Behörden und eine der Nato. Nach Angaben der Hilfsorganisation waren die afghanischen und die US-Streitkräfte über die GPS-Koordinaten des Krankenhauses informiert, das seit vier Jahren in Betrieb war. Es handelte sich um die einzige Klinik im Nordosten Afghanistans, die schwere Kriegsverletzungen behandeln konnte.

Quelle: n-tv.de

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