Politik

Die Kriegsnacht im Überblick USA wollen Patrouillenboote liefern - Müll macht Mariupol zum "Ghetto"

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Dieses von der russischen Staatsagentur Tass zur Verfügung gestellte Bild soll ein zerstörtes Wohnhaus in Mariupol zeigen.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die USA stecken weitere 450 Millionen Dollar in Waffenlieferungen an die Ukraine. Derweil warnt der Bürgermeister Mariupols vor einer "epidemiologischen Katastrophe" in der Hafenstadt. Als Reaktion auf die deutsche Gaskrise fordert eine Expertin, den Einbau von Gasheizungen zu stoppen. Die Kriegsnacht im Überblick.

USA sagen Ukraine weitere Waffen für 450 Millionen Dollar zu

Die USA kündigten weitere Waffenlieferungen an die Ukraine im Umfang von 450 Millionen Dollar (etwa 428 Millionen Euro) an. Dazu gehörten auch Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme und Patrouillenboote, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Die USA haben dem von Russland angegriffenen Land in den bisherigen vier Kriegsmonaten nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 6,1 Milliarden Dollar zugesagt oder bereits geliefert. Die Regierung in Kiew bittet um mehr moderne Waffen, um die militärische Überlegenheit russischer Truppen einzudämmen.

Weißes Haus: G7-Gipfel soll Russland weiter isolieren

US-Präsident Joe Biden reist an diesem Samstag zum G7-Gipfel, der von Sonntag bis Dienstag im Schloss Elmau in Bayern stattfindet. Kirby nannte als Ziele des Gipfels, "Russland weiter von der Weltwirtschaft zu isolieren, die russische Rüstungslieferkette ins Visier zu nehmen und weiter gegen die Umgehung dieser beispiellosen Sanktionen vorzugehen". Nach dem G7-Treffen reist Biden zu einem NATO-Gipfel nach Madrid. Auch dort wird der Ukraine-Krieg im Mittelpunkt stehen.

Bürgermeister: Mariupol steht "am Rande einer epidemiologischen Katastrophe"

Der Bürgermeister der zerstörten ukrainischen Stadt Mariupol, Wadym Bojtschenko, erklärte laut "Kyiv Independent", die von Russland annektierte Stadt stehe "am Rande einer epidemiologischen Katastrophe", in der sich bereits Infektionskrankheiten ausbreiteten. Zu diesen könnten demnach auch tödliche Infektionen wie Cholera und Ruhr gehören. Der Stadtverwaltung zufolge liegen 9000 Tonnen Müll in den Straßen. Mariupol sei "ein echtes Ghetto", in dem unhygienische Bedingungen das Leben der verbliebenen Bewohner gefährden.

DIW-Energieexpertin fordert Stopp von Gasheizungseinbau

"Ab sofort sollten keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden", fordert die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Eine Abwrackprämie für alte Gasheizungen sei ebenso sinnvoll wie ein Wärmepumpen-Sofortprogramm, sagt sie der "Funke Mediengruppe". Der Ausbau erneuerbarer Energien und das Energiesparen seien die wichtigsten Hebel, um die Gaslücke zu stopfen. Industrie und Haushalte sollten zudem Prämien fürs Gassparen zahlen. Die Förderung der Gas-Kraftwärmekopplung sei dagegen "absurd".

Nike kündigt Rückzug aus Russland an

Der weltgrößte Sportartikelkonzern Nike will sich angesichts des andauernden Krieges gegen die Ukraine komplett aus Russland zurückziehen. "Nike hat die Entscheidung getroffen, den russischen Markt zu verlassen", teilte das US-Unternehmen mit. Priorität habe nun, die Beschäftigten vor Ort zu unterstützen, während der Betrieb in den kommenden Monaten heruntergefahren werde. Der Adidas-Konkurrent hatte seine Geschäfte in Russland - wie viele andere westliche Unternehmen - bereits nach dem Einmarsch in die Ukraine deutlich eingeschränkt. Inzwischen wollen immer mehr Firmen Russland ganz den Rücken kehren.

Das bringt der Tag

  • Beim EU-Gipfel werden die hohe Inflation und steigende Energiepreise zum Thema, die zu den Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gehören.
  • Die militärische Lage rund um Lyssytschansk wird weiter im Mittelpunkt stehen, weil Russland dort den Weg zur Kontrolle über das gesamte Gebiet Luhansk freimachen könnte.
  • Kurz vor dem G7-Gipfel rückt die Bundesregierung bei einer Konferenz in Berlin die weltweite Ernährungslage und die Suche nach Lösungen für blockierte Getreideausfuhren aus der Ukraine in den Blick.

Alle weiteren Entwicklungen können Sie in unserem Liveticker zum Ukraine-Krieg nachlesen.

Quelle: ntv.de, lve/dpa/AFP

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