Syrskyj vermeldet ErfolgArmeechef macht überraschende Angabe zu ukrainischen Verlusten

Die ukrainischen Verlustzahlen sind ein gut gehütetes Geheimnis, nur selten äußert sich Kiew dazu. Es dürfte zwar deutlich weniger Opfer als auf russischer Seite geben, aber dennoch haben Zehntausende ihr Leben verloren. Nun heißt es von den Streitkräften, die Zahl der Toten sei gesunken.
Dem ukrainischen Armeechef Oleksandr Syrskyj zufolge ist es gelungen, im vergangenen Jahr die Personalverluste um 13 Prozent zu reduzieren. Wie viele Soldaten das ausmacht, ist jedoch unklar. Die Ukraine veröffentlicht in der Regel keine genauen Zahlen zu eigenen Verlusten. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang 2025 gesagt, dass mindestens 46.000 ukrainische Soldaten getötet und 390.000 verwundet worden seien. Zehntausende würden zudem vermisst.
Auf russischer Seite sollen laut ukrainischen Angaben bislang rund 1,2 Millionen Soldaten getötet oder schwer verwundet worden sein. Syrskyj zufolge waren es allein 2025 mehr als 418.000 Tote und Verwundete. Für 2024 nannte er beim ukrainischen Nachrichtensender TSN einst die Zahl von 434.000. Alle Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Westliche Geheimdienste schätzen die Zahlen aus Kiew zu russischen Verlusten oft jedoch nur leicht geringer ein.
Dem ukrainischen Armeechef zufolge ist Russland "seit Langem" nicht mehr in der Lage, seine Truppen zu verstärken. Jeden Monat seien die Verluste höher als die Mobilisierungsrate. Viele Experten waren lange Zeit davon ausgegangen, dass Russland seine Verluste von etwa 30.000 Soldaten pro Monat ausgleichen kann - zumeist mit freiwilligen Kämpfern.
Keine russischen Durchbrüche
Syrskyj schrieb in einem Beitrag in sozialen Netzwerken, dass die ukrainischen Streitkräfte vergangenes Jahr kritische russische Durchbrüche an der Front verhindert hätten. In der Tat rückten die Kreml-Streitkräfte zwar weiter sehr langsam vor, einen größeren Vorstoß hat es allerdings nicht gegeben. Der dem ukrainischen Militär nahestehende Kanal Deepstate bezifferte das durch Russland eingenommene Territorium auf 0,72 Prozent des Staatsgebietes.
Ende des Jahres konnten Kiews Truppen beispielsweise ein kilometerweites Vorrücken in Richtung der Stadt Dobropillja mit Elitetruppen zurückschlagen. Auch im naheliegenden Pokrowsk gehen die Kämpfe weiter. Verschlechtert hat sich zwar zuletzt die Lage in der Region Saporischschja - ein russischer Durchbruch ist dort jedoch auch nicht zu verzeichnen. Es gibt heftige Kämpfe um Huljajpole.
Unterschiede in der Kriegsführung
Die Ukraine setzt im Kampf zur Abwehr der russischen Invasion wegen ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit auf den massiven Einsatz von Drohnen. Auch unbemannte Systeme am Boden wie Roboter finden immer öfter den Weg in die Streitkräfte. Durch sie wird sich erhofft, seltener das Leben von Soldaten riskieren zu müssen.
Zudem geben die Ukrainer Gebiete auf, um bei zu hohem russischem Druck das Leben der Soldaten zu schützen und diese auf anderen Positionen zu verteilen. Andererseits finden sich auch immer wieder Stimmen, die eine "sowjetische Herangehensweise" von ukrainischen Kommandeuren kritisieren und ihnen vorwerfen, Soldaten nicht ausreichend zu schützen.
In den Reihen der Kreml-Streitkräfte ist der Umgang mit den eigenen Kämpfern deutlich sorgloser. Sturmangriffe auf ukrainische Stellungen - auch wenn diese wenig Aussichten auf Erfolg haben - sind an der Tagesordnung.