Politik

Gegenangriffe bei Charkiw Ukraine: Vorstöße zwingen Kreml zur Umgruppierung

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Gepanzerte russische Militärfahrzeuge in der Region Donezk.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die ukrainischen Geländegewinne bei der Millionenstadt Charkiw zeigen offenbar Wirkung. Nach Angaben aus Kiew versammelt Moskau mehrere Verbände in Grenznähe, um die Vorstöße zu stoppen. Unterdessen vermutet der britische Militärgeheimdienst, dass Russlands Armee unter Munitionsmangel leidet.

Im Osten der Ukraine dauern die russischen Angriffe weiter an. Unterstützt durch Kampfflugzeuge und Artillerie bemühen sich die Truppen des Kreml, die vollständige Kontrolle über die Städte Popasna und Rubischne in der Region Luhansk zu erlangen, teilte der ukrainische Generalstab mit. Zudem laufen Vorbereitungen für russische Offensiven gegen die Orte Siwersk und die Großstadt Slowjansk, die Teilziel der russischen Operation im Donbass ist.

Um die ukrainischen Gegenangriffe im Raum Charkiw zu stoppen, versammelt Moskau 19 taktische Bataillone in der russischen Region Belgorod, hieß es im Lagebericht. Beide Städte liegen etwa 80 Kilometer voneinander entfernt. Zudem setzte Moskau vielerorts seine Bemühungen fort, dezimierte Einheiten mit frischem Personal und Ausrüstung aufzufüllen. Im Gebiet Südlicher Bug konzentriere sich die russische Artillerie auf den Beschuss ukrainischer Stellungen.

Neue Angriffe plane der Kreml auch gegen die Städte Lysstytschansk und Awdijiwka in der Region Luhansk. Dort habe Russland seine Feuerkraft erhöht, um die Verteidigungslinien zu durchbrechen. Bei der Stadt Isjum ordne Moskau seine Einheiten für einen Vorstoß in Richtung Sulyhiwka neu.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete unterdessen von mehr als 200 Angriffen auf die Ukraine in den vergangenen Stunden. Mit Raketen und Artillerie seien unter anderem Kommandoposten und Lager mit militärischer Ausrüstung beschossen worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Bei den Angriffen seien insgesamt 350 ukrainische Soldaten getötet worden. Konaschenkow sprach darüber hinaus von der Zerstörung eines Flugabwehrraketensystems vom Typ S-300 im Gebiet Charkiw. Die Schwarzmeer-Region Odessa sei mit Raketen beschossen worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Einschätzung des britischen Militärgeheimdienstes leidet die russische Armee bereits unter einem Mangel an präzisionsgelenkten Waffen und Munition. Der Vorrat ist durch die Dauer des Krieges stark erschöpft, weshalb die Streitkräfte auf ältere Munition zurückgreifen müssen, die weniger genau und leichter abzufangen ist, hieß es im Lagebericht des Verteidigungsministeriums. Russland werde Schwierigkeiten haben, die bereits verbrauchten Präzisionswaffen zu ersetzen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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