Politik

Dual-Use-Güter gelagert?Ukraine attackiert erneut Wildberries-Depots in Russland

22.07.2026, 10:37 Uhr
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In den vergangenen Tagen greift die Ukraine Zentren des größten russischen Versandhändlers an. Nun setzt die ukrainische Armee zwei weitere Wildberries-Lager in Brand, ein Mensch soll ums Leben gekommen sein. Der ukrainische Präsident Selenskyj verteidigt die Angriffe.

Bei erneuten ukrainischen Drohnenangriffen auf Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers Wildberries ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. 15 weitere Menschen sollen verletzt sein. Geschäftsführerin Tatjana Kim erklärte, die Logistikzentren des Unternehmens in den südrussischen Städten Krasnodar und Newinnomyssk seien evakuiert worden.

In sozialen Netzwerken kursieren nicht überprüfte Aufnahmen, die die Großbrände zeigen sollen. Die Zeitung "Kommersant" berichtete auf Grundlage von Expertenschätzungen, dass inzwischen etwa sieben Prozent der Wildberries-Lagerkapazitäten nicht mehr nutzbar seien.

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine auch Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambow in Brand gesetzt. Dabei starben den Behörden zufolge insgesamt acht Menschen, Dutzende sollen verletzt worden sein. Wildberries wird oft als Russlands Amazon bezeichnet. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Angriffe erneut als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Getroffen worden seien "Logistikzentren, die an der Versorgung der russischen Armee mit Bauteilen für Drohnen, Navigationsausrüstung und Ausrüstung beteiligt sind, sowie ein Öllager", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Im Schwarzen und im benachbarten Asowschen Meeres seien auch ein Tanker und vier Trockenfrachter getroffen worden. Er danke den Streitkräften "für diese Erfolge. Wir verlagern den Krieg ganz zu Recht zurück nach Russland."

Nach früheren Angaben Selenskyjs sind in Wildberries-Lagern mit Sanktionen des Westens belegte Güter gelagert, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Russische Kommentatoren meinten, dass die Ukraine so vor allem versuche, Widerstand in der Gesellschaft gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin zu schüren.

Russischer Angriff mit Drohnen, Rakete und Marschflugkörpern

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen Moskaus Angriffskrieg - auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele. In der vergangenen Nacht setzte Russland seine Luftangriffe gegen sein Nachbarland fort. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griffen die russischen Streitkräfte mit 216 Kampfdrohnen sowie drei Marschflugkörpern und einer ballistischen Rakete an.

204 Drohnen und die Marschflugkörper seien abgeschossen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden. Einschläge seien an 12 Orten in der Ukraine registriert worden. Darüber hinaus können herabstürzende Trümmer abgewehrter Angriffskörper verheerende Schäden verursachen.

Quelle: ntv.de, lar/rts/dpa/AFP

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