Politik

5,50 Meter lang - 80 km/h Ukraine präsentiert erstmals ihre Marinedrohne

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Eine Schwimmdrohne soll den Angaben zufolge 250.000 Dollar kosten.

(Foto: Screenshot/ United24)

Um den russischen Kriegsschiffen die Stirn zu bieten, will die Ukraine eine "Flotte von Seedrohnen" aufstellen. Nach einer ersten Attacke vor einigen Wochen stellt Kiew nun die neue Marinewaffe der Öffentlichkeit vor - und verrät dabei auch einige technische Details.

Ende Oktober attackierten ukrainische Seedrohnen die russische Schwarzmeerflotte vor Sewastopol. Nach Darstellung Kiews wurden bei dem Angriff drei Kriegsschiffe des Kreml getroffen, darunter das Flaggschiff "Admiral Makarow". Moskau dementierte die Angaben und sprach lediglich von einigen leichteren Schäden, ohne Details zu nennen.

Das ukrainische Militär stellte wenig später auch Aufnahmen der Attacke ins Netz. Zu sehen ist, wie die unbemannten Wasserfahrzeuge in hoher Geschwindigkeit auf ihre Ziele zurasen und dabei in einem Fall auch beschossen werden. Über die ukrainische Marinedrohne, die dabei zum Einsatz kam, war allerdings wenig bekannt. Bislang gab es nur Bilder einer Drohne, die im September bei Sewastopol an Land gespült wurde.

Die damals gemachten Aufnahmen zeigen einen etwa Kajak-großen Rumpf, an dem eine Kamera, ein Infrarot-Sichtgerät und eine Flachantenne, vermutlich zur Navigation, montiert sind. Mit zwei am Bug befestigten Sensoren rammen die Marinedrohnen wahrscheinlich ihr Ziel und aktivieren dadurch eine Sprengladung im Bauch des Bootes.

Nun hat Kiew weitere Details zu der Seedrohne enthüllt. Auf der staatlichen Crowdfunding-Plattform United24 sind neben technischen Daten auch Fotos und ein Videoclip der neuen Waffe zu sehen. Mit der Veröffentlichung will die Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj Spenden sammeln, um weitere Exemplare zu kaufen. "Wir wollen Mittel für eine ganze Flotte von Seedrohnen sammeln", kündigte Selenskyj bereits am vergangenen Sonntag an.

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Mit Spendengeldern will die Ukraine weitere Drohnen kaufen.

(Foto: United24)

Den technischen Angaben zufolge ist die Schwimmdrohne 5,50 Meter lang und kann mit voller Ladung bis zu eine Tonne schwer sein. Der Aktionsradius wird mit 400 Kilometern angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 80 Kilometern pro Stunde, die Operationsdauer mit 60 Stunden. Als Videoübertragung dienen demnach bis zu drei Streams in HD-Auflösung. Bei der Kommunikation soll eine 256 Bit Verschlüsselung zum Einsatz kommen. Der Stückpreis wird mit 250.000 US-Dollar angegeben.

Trotz der neuen Informationen ist weiterhin unklar, woher die Schwimmdrohne überhaupt stammt. Fakt ist, dass offiziell kein NATO-Land diese Waffe im Arsenal hat. Das auf Marinethemen spezialisierte Portal Navalnews spekuliert daher, dass es sich um ein improvisiertes Boot aus ukrainischer Produktion handeln könnte. Sebastian Bruns, Experte für Maritime Strategie an der Universität Kiel, geht im Interview mit dem "Spiegel" davon aus, dass die Ukraine bei der Entwicklung internationale Unterstützung erhielt.

Quelle: ntv.de

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