Politik

Angriffe auf Öl-AnlagenUkraine wehrt sich gegen US-Forderung - und erwartet harte Monate

10.04.2026, 10:10 Uhr
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Brände im wichtigen russischen Ostsee-Hafen Ust-Luga Ende März. (Foto: via REUTERS)

Die Ukraine geht davon aus, dass Verbündete in den nächsten Monaten weiter Zugeständnisse für ein Kriegsende fordern werden. Auch um einen Stopp der Angriffe auf Ölanlagen soll Kiew gebeten worden sein. Staatschef Selenskyj nennt zwar keine Namen, doch beides sind vor allem Wünsche der Trump-Regierung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich auf eine schwere nächste Phase im Krieg gegen Russland ein. "Diese Frühlings- und Sommermonate werden politisch und diplomatisch ziemlich schwierig", erklärte Selenskyj in Äußerungen vor Journalisten. Es werde sowohl auf dem Schlachtfeld als auch diplomatisch Druck auf die Ukraine geben, den Krieg zu beenden. Bis September werde es sehr schwer werden.

Zugleich teilte Selenskyj mit, dass ungenannte Partner Kiew gebeten hätten, die Angriffe auf den russischen Ölsektor zu reduzieren. Hintergrund seien die weltweit gestiegenen Preise infolge des Iran-Krieges und der Eskalation im Nahen Osten. Der Staatschef betonte jedoch, dass Russland im Gegenzug seine eigenen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen einstellen müsse, wenn es eine Deeskalation wolle.

"Wir haben vom US-Außenministerium gehört, dass wir von den Attacken auf amerikanische Interessen Abstand nehmen sollen", sagte die ukrainische Botschafterin Olha Stefanischyna bereits Ende Februar in Washington. Anlass waren Angriffe auf ein Terminal in Südrussland. Im März berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Insider, dass die USA sich Sorgen machen würden, dass ukrainische Angriffe die globalen Ölpreise in die Höhe treiben könnten.

Der Chef des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Budanow, hatte am Donnerstag mit Blick auf die Verbündeten vor Journalisten gesagt: "Man kann sie verstehen, das ist ihre Wahrheit. Aber es gibt auch unsere Wahrheit und unser nationales Interesse."

Die USA hatten im März wegen des Krieges mit dem Iran die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend gelockert, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Nach der am Dienstag verkündeten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran äußerte Selenskyj nun die Hoffnung, dass die Strafmaßnahmen wieder vollständig in Kraft gesetzt werden.

Die ukrainische Armee hatte zuletzt ihre Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Exporthäfen wie Ust-Luga und Primorsk an der Ostsee verstärkt, um Moskaus Einnahmen zu schmälern. "Wenn die Russen wollen, dass dies aufhört, müssen sie ihre Angriffe einstellen, und dann werden wir entsprechend handeln", sagte der Präsident.

Ukraine will Friedensgespräche wieder aufnehmen

Der ukrainische Präsident forderte die Wiederaufnahme der von der Regierung in Washington vermittelten trilateralen Friedensgespräche mit Russland in den kommenden drei Monaten. Er räumte jedoch ein, dass die USA dem Friedensprozess in der Ukraine nicht viel Zeit widmeten.

Bislang brachten drei Verhandlungsrunden in diesem Jahr keinen Durchbruch. US-Präsident Donald Trump hatte von Kiew immer wieder gefordert, auf Russland einzugehen und Gebiete abzutreten. Kiew weigert sich jedoch, die verbliebenen Territorien in der ostukrainischen Region Donbass aufzugeben.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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