Politik

Kiew weist Anschuldigung zurückRussland wirft Ukraine Angriff auf Reisebus mit vielen Kindern vor

17.06.2026, 16:56 Uhr
00:00 / 01:55
This-handout-picture-posted-on-the-official-Telegram-channel-of-Yegor-Kovalchuk-acting-governor-of-the-Bryansk-region-on-June-17-2026-shows-the-site-of-a-drone-strike-on-a-bus-at-a-highway-in-the-Bryansk-region-A-Ukrainian-drone-hit-a-bus-carrying-a-children-s-football-team-from-Belarus-in-Russia-s-border-Bryansk-region-local-authorities-said-on-June-17-2026-The-strike-killed-a-woman-who-accompanied-the-team-and-wounded-six-people-among-them-four-children-said-Bryansk-region-acting-governor-Yegor-Kovalchuk
Mit diesem Bus waren russischen Behörden zufolge auch 28 Kinder einer Fußballmannschaft unterwegs. (Foto: AFP)

Die Ukraine beschießt Fahrzeuge in der russischen Grenzregion intensiv mit Drohnen. So soll die Versorgung der feindlichen Truppen an der Front gestört werden. Bei einem solchen Angriff wird nun laut russischen Angaben ein Bus mit einem Kinder-Fußballteam getroffen - Kiew spricht von Propaganda.

Beim Einschlag einer Drohne in den Bus einer Schülermannschaft in der westrussischen Region Brjansk ist nach offiziellen Angaben eine Frau getötet worden. Sieben Personen, darunter fünf Kinder, seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das russische Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sollen in dem Reisebus 44 Personen gesessen haben, darunter 28 Kinder einer Fußballmannschaft aus dem belarussischen Gomel. Der Bus war demnach zum Badeort Gelendschik an der russischen Schwarzmeerküste unterwegs.

Die Region Brjansk liegt an der Grenze zur Ukraine. Das ukrainische Militär beschießt Fahrzeuge in der Region intensiv mit Drohnen. Ziel ist es, den Nachschub russischer Invasionstruppen in der Ukraine zu behindern. Allerdings haben ukrainische Drohnen dabei auch schon mehrfach zivile Opfer gefordert.

Das Außenministerium in Minsk verurteilte den Angriff als "terroristischen Akt gegen die Zivilbevölkerung" und forderte eine Erklärung für den Vorfall. Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach ebenfalls von einem Terrorangriff und warf der ukrainischen Führung vor, "Jagd auf friedliche Bürger und insbesondere Kinder zu machen". Gleichzeitig wurden in dem seit mehr als vier Jahre währenden Krieg nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) mehr als 3400 Kinder in der Ukraine durch russische Angriffe verletzt oder getötet.

Das ukrainische Militär wies den Vorwurf am späten Nachmittag zurück und sprach von russischer Propaganda: "Während des angegebenen Zeitraums haben die ukrainischen Streitkräfte keine unbemannten Luftfahrzeuge gegen Ziele im Gebiet Brjansk eingesetzt", sagte ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs. "Da die Russische Föderation ihre erklärten Ziele auf dem Schlachtfeld nicht erreichen konnte und erhebliche Verluste erlitten hat, greift sie zunehmend auf Informationsmanipulation und erfundene Anschuldigungen gegen die Ukraine zurück."

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

RusslandAngriff auf die UkraineBelarusDrohnenUkraine